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1 (1875)
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199
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Entwicklung der Lymplikörpeichcn.

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Man findet, wenn auch nicht viele, so doch einzelne Lymphkörper-chen auch in Lymphgefäasen, welche noch keine solche Lymphdrüse passirthaben. Es führt uns dies darauf, dass es noch eine andere Art von Lymph-drüsen gibt als diejenigen, welche wir bis jetzt kennen gelernt haben.Diejenigen, welche wir bis jetzt kennen gelernt haben, waren die inter-calirten Lymphdrüsen, die in den Verlauf der Lymphgcfässe eingeschaltetsind, und die deshalb Vasa inferentia und Vasa efferentia haben. Es gibtaber noch eine andere Art von Lymphdrüsen, welche wir mit dem Namender peripheren oder terminalen Lymphdrüsen bezeichnen, die keineVasa inferentia haben, aber ganz analoge Keimstätten für die Lymph-körperchen, wie die in den Verlauf der Lymphgefasse eingeschal-teten Lymphdrüsen zeigen. Die ersten dieser Gebilde, welche als Lymph-drüsen erkannt wnrden, waren die Peyer'schen Drüsen, und ich willdeshalb diese auch als Paradigma wählen, um Ihnen zu zeigen, wie derBau dieser Gebilde mit dem der Lymphdrüsen zusammenhängt, und wieer auf den Bau der Lymphdrüsen zurückgeführt werden kann. DiePeyer'schen Drüsen bestehen aus einem Haufen von einzelnen Elementen,welche, wie Sie wissen, zu sogenannten Tlaques neben einander gelagertsind. Wenn man durch eine solche Plaque einen Durchschnitt macht,so findet man, dass sie aus lauter ovoiden Körpern besteht, die mit ihrerbreiteren Seite gegen die Muskelhaut gewendet sind, mit ihrem Körperim submueösen Bindegewebe liegen und mit ihrem verdünnten Kopfendegegen die Höhle des Darmes hiu und zwischen den Darmzotten hervor-ragen. Sie entsprechen einem einzelnen Drüsenelemente der Corticalsub-stanz einer Mcsenterialdrüse, sie haben ein ähnliches Capillargefässsystemmit centripetal verlaufenden Maschen, sie haben ein ganz analogesKeimlager, in dessen mittlerer Partie die jüngsten. Elemente liegen,welchen nach der Oberfläche hin immer weiter entwickelte Elementefolgen, und sie haben endlich an ihrer der Muskelhaut zugewendetenSeite Bäume, welche den Sinus entsprechen, die die Elemente derCorticalsubstanz von der Kapsel der Lymphdrüsen trennen. Diese Sinuscommuniciren unmittelbar mit den Chylusgefässen. Das kann mandurch ein einfaches Experiment darthun. Man bindet das untere Stückvom Dünndarm ab und spritzt in dasselbe Terpentinöl, das mit Alkannaroth gefärbt ist. Verstärkt man nun den Druck, so reisst irgendwo dieKuppe eines Peyer'schen Drüsenelementes ein, und wenn dies nicht ge-schieht, so drückt man eine Partie der Drüse, um zwischen den Fingerneine oder die andere Kuppe zu zersprengen. Dann tritt das mit Alkannagefärbte Oel hinein, und man sieht ein zierliches Netzwerk von rothenLinien um die einzelnen Elemente der Peyer'schen Drüsen herum ent-stehen, und von diesen rothen Linien aus injiciron sich Bahnen zu denChylusgefässen, die erst unter dem Peritonäalüberzuge des Darmes unddann im Mesenterium verlaufen. Es sind dies also terminale Lymph-drüsen, welche an den Enden der Chylusgefässe angehängt sind, und dasNetz von rothen Linien, das sich im Beginn der Injection füllte, ent-spricht den Sinus derselben. Wir werden auch später in der Lehre vonder Besorption sehen, dass die Fetttröpfchen des Chylus in einzelnen Fällenin diesen Drüsen selbst kenntlich sind.

Nun zeigt die Vergleichung des Baues dieser Drüsen mit dem dersolitären Drüsen, welche durch den ganzen Dünndarm zerstreut sind, dass