Druckschrift 
1 (1875)
Entstehung
Seite
196
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Die Lymphdrüsen,

oben gewendet und in den Schnitt fallen ein ganzes, A, und zwei halbe,B, C, Drüsenelementc. Unterhalb dieser Driisenelomcnto sieht man dieMarksubstanz. Wenn Sie zunächst die Corticalsubstanz ansehen, so findenSie, dass die Drüsenelementc sich an der Oberfläche markiren, und dasssie nach unten hin keine deutliche Begrenzung haben, sondern allmäligin die Marksubstanz übergehen. Sie sehen, dass dieselben von einanderdurch tiefe spaltförmige Räume getrennt sind, und dass in diese RäumeFortsätze // hinabgehen, welche von der muskulösen Hülle der Lymph-drüsen ausgehen, und sich in der Tiefe befestigen. Diese Fortsätze ent-halten selbst Muskelfasern, und wenn sich diese letzteren in der Hülleund in den Fortsätzen zusammenziehen, so wird die Hülle, c c, herunter-gezogen, zusammengezogen über die Kuppe dieser Drüsenclemcnte, unddie Räume s s, welche Sie zwischen beiden sehen, verschwinden. Wenndagegen die Muskeln wieder nachlassen, werden diese Räume wiederhergestellt. Auf diese Weise wird an der Oberfläche der Drüsen ein Sinus-system gebildet, welches die oberflächlichen Lymphbahnon darstellt. DieLymphe gelangt aus den Vasa inferentia in die Vasa efferentia auf zweierleiWegen, erstens durch diese Sinus und zweitens durch die Wege in derMarksubstanz, welche wir später kennen lernen werden. Die oberflächlichenLymphbahnen sind, wie gesagt, nicht zu allen Zeiten offen, sie sind nuroffen, so lange eben die erwähnten Muskelfasern erschlafft sind. Sic könnendas besonders schön an Thieren sehen, welche sich in der Resorptionbefinden, und welche einen fettreichen Chylus resorbiren. Dieser fettreicheChylus ist niilchweiss, während die Elemente der Corticalsubstanz mehrdurchscheinend sind. Wenn Sie eine solche Drüse ansehen, so bemerkenSie an der Oberfläche lauter kleine, runde, durchscheinende Flecke, undzwischen denselben sehen Sie, wie milchweisse Striche ein Netz bilden,so dass darin die durchscheinenden Gebilde wie kleine Perlen in weisserFassung liegen. Diese durchscheinenden, perlartigen Punkte sind dieDrüsenelemente, und die milchweissen Striche, die zwischen ihnen hin-durchgehen, rühren vom Chylus her, der sich in den Sinus befindet. WennSie nun durch eine solche Drüse die Schläge eines Magnetelectromotorshindurchleiten, dann finden Sie, dass der Chylus, die weisse Substanz,gänzlich verschwindet, und dass die Drüse, die früher auf der Oberflächeglatt und glänzend war, rauh wird, lauter kleine Höcker bekommt, waseben darauf beruht, dass die Hülle zusammengezogen und an den Stellender Sinus hineingezogen, und dadurch zugleich der Chylus aus den Sinusherausgetrieben wird.

Was nun die Substanz der Drüsenelemente anlangt, so bestehen sieaus einem zarten Bindegewebe, welches zugleich ein Keimlager für lym-phoide Zellen ist. Es findet sich darin eine grosse Menge von Kernen,in der Mitte die kleinsten, nach dem Rande hin die grösseren, zum Theilauch schon mit kleinen Mengen von Protoplasma, aber immer mit geringerEntwickelung desselben. Von den Blutgefässen verlaufen die grösserennahe der Oberfläche und senden ihre feinsten Aeste und Capillaren indas Innere.

Wenn Sie nun von einem solchen Drüsenelementc nach innen zugegen das Centrum der Drüse hin fortschreiten, so werden die lymphoidenZellen immer grösser, sie bekommen immer mehr Protoplasma, kurz siemacben immer mehr den Eindruck einer nackten Zelle, die sich ihrer