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1 (1875)
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180
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Die Mechanik der ITerzpumpe.

verschiebbar. Während der Systole der Ventrikel nun unterliegen dieersteren dem Drucke der letzteren. Sie bewegen sich also in ähnlicherWeise gegen den Ort des kleinsten Widerstandes hin, wie es das Blutselbst thut. Der Ort des kleinsten Widerstandes ist aber die Aorta, dageht das Blut hin, und gegen diese hin verschiebt sich auch die innerePartie des Herzfleisches. Es richtet sich also der Theil der angewachsenenKlappe, der im todten Zustande nach abwärts gerichtet war, nach auf-wärts, und dadurch reicht die Klappe fast um die doppelte Breite derangewachsenen Partie weiter hinauf. So ist sie nun allerdings im Stande,das Coronarostium zu schliessen.

Man hat behauptet, dass zwar bei vielen Thicren, aber nicht beimMenschen die Klappen am Herzfleische angewachsen seien. Der directeAugenschein lehrt, dass dies doch der Fall ist. Man mache einen Längs-schnitt, der gleichzeitig Coronarostium, Klappe und Herzfleiseh trifft, undman wird sich leicht überzeugen, dass die mit dem Herzfleische ver-wachsene Zone in der That vorhanden ist, wenn auch nicht in solcherBreite, wie sie bei manchen Säugethieren vorkommt.

Man hat ferner gesagt: Es ist ganz gleichgültig, ob die Klappewährend der Systole bis über das Coronarostium hinaufreicht oder nicht,weil sie sich doch nicht an die Wand der Aorta anlegt.

Man hat dafür verschiedene Gründe angegeben. Erstens hat mangesagt, die Bänder der Klappen seien zu kurz, sie könnten sich gar nichtso weit ausbauchen, dass sie sich an die Aortenwand anlegen, sie bildetenvielmehr während der Systole ein Dreieck mit mehr oder weniger bogen-förmigen Seitenrändern. Es ist vollkommen richtig, dass die Ränder derKlappe zu kurz sind, wenn man sich vorstellt, dass dieselben sich in dieConcavitäten der Sinus Valsalvae hineinlegen sollen; sie sind aber nicht zukurz, wenn sie, wie wir es nach dem, was ich oben über die angewachseneZone und die Bewegung des Herzfleisches gesagt habe, annehmen müssen,soweit gehoben werden, dass sie sich nicht in die Concavitäten der SinusValsalvae hineinlegen, sondern an die Wand der Aorta, da, wo sie dieobere Grenze des Sinus Valsalvae bildet und in denselben übergeht. Dass siedafür nicht zu kurz sind, davon kann man sich durch Messungen über-zeugen, welche man einmal macht an der Circumferenz der Aorta unddas andere Mal an den Rändern der ausgespannten Klappe.

Man hat weiter empirisch zeigen wollen, dass die Klappen sichnicht an die Wand der Aorta anlegen. Man hat dazu verschiedene Wegeeingeschlagen. Man hat erstens die Aorta vom Ventrikel aus mit einerTalgmasse injicirt und, während dieselbe hineingetrieben wurde, dieAorta zugeklemmt. Hinterher, nachdem die Masse erstarrt war, machteman Durchschnitte, und nun wurden allerdings die Klappen nicht an derWand anliegend gefunden, sondern in der Injectionsmasse mit ihren Rän-dern ein Dreieck bildend. Der Erfolg ist aber durchaus begreiflich, denndie Klappen werden ja nur mit ihren Rändern an der Wand festgehaltendurch den fortschreitenden Elüssigkeitsstrom; sobald man diesen Stromunterbricht, so gehen sie in ihre frühere Gleichgewichtslage zurück, sieentfernen sich von der Wand und begeben sich dahin, wo man sie nach-her auf Durchschnitten gefunden hat. Man hat auch einen andern Ver-such angestellt, welcher darin bestand, dass man die Aorta über demSinus Valsalvae und über den Ostien der Coronararterien abschnitt, dann