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1 (1875)
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179
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Die Mechanik der Herzpumpe.

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trikel die Aorta in die Länge ausgedehnt wird. Nun ist es aber, wieIhnen wohl bekannt sein wird, eine allgemeine Eigenschaft der Flüssig-keiten, also auch des Blutes, dass sich ihr Druck nicht blos in einerSichtung, sondern nach allen Richtungen gleichmässig fortpflanzt, es istdeshalb auch nicht abzusehen, wie durch den Druck des Blutes dieCoronararterien, wenn sie einmal innerhalb der Sinus Valsalvae ent-springen, aus den Sinus Valsalvae herausgezerrt werden können, und dasgeschieht auch thatsächlich nicht. Ich habe eine Beihc von Aorten miteiner Gypsmasse unter hohem Drucke ausgegossen, theilweise unterDrucken, wie sie im lebenden Körper normaler Weise gar nicht vor-kommen. Stets zeigte sich, dass dies auf die Coronaricn gar keinenEinfluss hatte; sie entsprangen in den untersuchten Aorten nach wie voraus dem Sinus Valsalvae und unter der Linie, welche den Sinus Valsalvaevon der übrigen Aortenwand trennt. Richtig ist es aber, dass beiweitem die meisten Coronarostien in der Leiche von der dazu gehörigenKlappe nicht gedeckt werden. Wenn man Ventrikel und Aorta auf-schneidet und die Klappen herauflegt, so findet man in der Regel, dassder Rand der Klappe nicht über dem Coronarostium, sondern gerade unterdemselben hinweggeht. Das hängt damit zusammen, dass ein Theil derKlappe an das Herzfieisch angewachsen ist, und sich deshalb nur mitdiesem bewegen kann.

Dieser angewachsene Theil ist im Herzen so wie man es in derLeiche findet schräg nach abwärts gerichtet, indem Aorta und Arteriapulmonalis bei ihrer postmortalen Verkürzung die äusseren Schichten desHerzfleisches, an denen sie zunächst befestigt sind, stärker nach aufwärtsgezogen haben als die inneren. Wenn ich nun die Klappe am Leichen-herzen gegen die Aorta hinaufzulegen suche, so lege ich nicht die ganzeKlappe hinauf, sondern nur den freien Theil. Sie erscheint mir deshalbzu kurz, und zwar fast um die doppelte Breite des angewachsenen Theiles,denn erstens fehlt er mir beim Hinauflegen und zweitens ist er schrägnach abwärts gerichtet und verlegt dadurch die Umbiegungsstelle, wennich mich so ausdrücken darf, das Gelenk der Klappe, noch nach abwärts.

Ganz anders verhält es sich während der Systole der Ventrikel imlebenden Körper. Ich muss hier vorwegnehmen, dass der lebende Muskeleine viel geringere Consistenz hat als der todte, dass er den Impulsender Schwere fast wie eine flüssige Masse folgt, und dass er, nach denUntersuchungen von Eduard Weber, selbst während seiner Contractionweich bleibt und erst hart wird, wenn er anfängt seine eigene Substanzzusammenzudrücken, oder wenn durch einen Widerstand eine solcheSpannung in ihm erzeugt wird, dass er dadurch hart wird. Ich kannauf die näheren Ursachen hievon augenblicklich nicht eingehen: ichwill nur im Allgemeinen bemerken, dass wenn irgend ein Moleküleine Tendenz hat nach einer bestimmten Richtung fortzuschreiten, esdadurch andern Impulsen nicht unzugänglich ist, sondern wie einruhendes Molekül noch seitlich und in gleicher Richtung fortgeschobenwerden kann, und nur einen Widerstand entgegensetzt, wenn man esin der entgegengesetzten Richtung bewegen will. Die ganze Masse desHerzens ist also, wie man dies bei der Contraction des lebenden leerenHerzens auch wahrnehmen kann, vollkommen weich, es sind die innerenSchichten des Herzfleisches gegen die äusseren Schichten desselben leicht

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