Hiernach sind jährlich 68 941 kg ab Hamburg seewärts weiter ge-gangen. Allerdings sind in dieser Zahl die Bezüge enthalten, die die alt-preußischen Häfen (Stettin) jährlich empfangen (im Mittel 2—3000 kg),andererseits sind sehr kleine Bezüge einzelner Länder nicht aufgeführt.Jedenfalls sind mindestens 65 000 kg jährlich wieder in fremde Länderabgegangen. Sehen wir von den Lagerbeständen in Hamburg und inDeutschland ab und nehmen wir einmal an, daß diese, wie man es bei einerso alten Droge wie die Sarsaparille wohl erwarten darf, ziemlich auf gleicherHöhe geblieben sind, so kommen wir zu dem Ergebnis, daß Deutsch-land jährlich ungefähr 20—30 000 kg einführt undim Mittel auch verbraucht (nach Abzug des SchweizerBedarfs).
An der Ausfuhr der Droge aus dem Produktionsgebiet beteiligt sichin erster Linie die Union, speziell New York, dann folgt Hamburg. DieNew Yorker Importeure unterhalten Segelschiffe, die fast ausschließlichdem Transport dieser einen Droge dienen. Stößt einem solchen Seglerein Unfall zu, dann ist allein dadurch eine Preiserhöhung gegeben (1900).Die Gesamtzufuhren in New York stellten sich folgendermaßen (in Ballen),1900: 991, 1901: 1506, 1902: 1509, 1905: 1660, 1904: 1032, 1905: 875.
Die Herkunft unserer Handelssarsaparille hat schon viele Autorenbeschäftigt, hat man doch früher die Drogensorten nach ihren Produktions-ländern unterschieden. Unsere statistischen Ermittelungen geben uns nundas zuverlässigste Bild. Danach kommen 2 / 3 der Hamburger Zufuhrenseit langen Jahren bereits aus Mexiko, entweder zur Hälfte über New York,jetzt mehr direkt. 1899 kamen 900 kg aus Peru, 1899 und 1900 4—5000 kgaus Honduras, 1100 kg aus Costarika 4 ). Hartwich teilt uns(Ber. pharm. Ges. 1907) einige Zahlen mit, die er in einem Werke desGeologen S a p p e r s gefunden hat. Danach betrug der Gesamtexportaus Costarika 1899: 1100 kg, aus Honduras 4300 kg. Es müssen somitdie Gesamtausfuhrmengen dieser Staaten direkt nach Hamburg gelangtsein, was an sich nicht unwahrscheinlich ist. 1901 und 1902 kamen geringeMengen aus Honduras (Britisch-H. und Republik) und San Salvador sowieaus Guatemala (2—3000 kg im Mittel). 1904 und 1905 erhält Hamburgdirekt aus Panama 5900 und 10 000 kg, aus der Republik Honduras 7700und 4700 kg. Geringe kommen wiederum aus Britisch-Honduras und4000 resp. 100 kg direkt aus Kolumbien. (!) 1907 und 1908 stellt Panama13 500 und 5400 kg, Guatemala 400 und 3000 kg. Wie man sieht, sind allediese Mengen gering zu nennen, gegenüber der Produktion und dem Exportvon Mexiko, von wo 50 000—-100 000 kg nach Hamburg kommen. DieZahlen beweisen uns ferner, daß die in manchenArzneibüchern vorgeschriebene Hondurassarsaparillegar nicht aus diesem Lande stammen kann, da diesesLand viel zu wenig produziert. Unsere Groß drogenfirmen führen zweiHauptsorten, die teure Honduras und die billige Vera-Cruz. Letztere istmexikanischen Ursprungs, erstere ist, wie aus unserer Ausführung hervor-geht, nur eine Kollektiv- und Qualitätsbezeichnung
4) In Peru und in Costarika wird die „rote J-ruaika" gesammelt, die den Lehrbüchernzufolge über Jamaika nach England geht und von dort erst zu uns gelangt. Von Englanderhalten wir aber höchst selten nur wenige Hundert Kilo. Die geringe Menge roter Jamaika,die bisweilen im deutschen Handel ist, kommt demnach auch direkt zu uns.