Sonderabdruck aus der A2>otheker-Zeitrmg, 1910. Fo. 50/52.
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Der Drogrenhandel Hamburgs
(Ein Beitrag zur Handelsgeographie der Drogen.)Von O. Tunmann- Bern.
III. Wurzeln.
Radix Colombo: Der Bedarf an dieser Droge ist offenbar rechtgering. Flückiger gibt für 1880 zwei Iniportzahlen an. Damals empfingHamburg 9713 kg, London 5580 kg. Auch jetzt treffen die Zufuhrennicht regelmäßig ein. In den Speziallisten fand ich nur wenige Zahlen,die immerhin die Angaben Flückigers ergänzen. Hamburg empfing1899: 20 300 kg (7320 M) aus Mocambique, 1902: 15 100 kg (2760 M) ausMocambique, sowie 7200 kg (2480 M) über Sansibar. Die über Sansibarausgeführte Menge kann auch aus dem südlichen Teile Deutsch-Ostafrikasstammen. Der Literatur nach geht die Droge zum großen Teil zunächstnach Bombay und anderen indischen Häfen und gelangt erst von dortzu uns. Die bei uns gehandelte Droge macht bei den gegenwärtigen Verkehrs-verhältnissen diesen Umweg nicht mehr, sondern gelangt direkt nachHamburg. In dem hier besprochenen Zeitraum ließ sich kein aus Bombayoder Britisch-Indien stammender Import ermitteln.
Radix Gentianae: In Deutschland wird die Droge (von Gentianalutea) in geringem Maße gesammelt in Thüringen und auf der schwäbischenAlp. Auch die Vogesen decken nur örtliche Bedürfnisse (R o s e n t h a 1 e r).Wechselnde Quantitäten liefern die bayerischen Alpen. In der Schweizwerden erhebliche Mengen (ebenfalls von G. lutea) im Wallis und im Waadt-länder Jura, sowie in Uri, Schwyz und Graubünden gesammelt. Dochdeckt die Schweiz ihren Bedarf nicht völlig im Lande, führt aber anderer-seits Enzianwurzel aus (Schürmann). Zumeist wird dort die Wurzelzur Herstellung des Enzianbitters gegraben. Gentiana ist für die Alp-wirtschaft ein lästiges, platzraubendes Unkraut (Schroeter). DasRecht der Grabung wird verpachtet. Im Berner Jura zahlt man für 50 kgetwa 2 Francs und löst für diese Menge 5 Francs. Alte Wurzeln sind oft2 kg, aber auch bis 6 kg schwer. Die medizinisch gebrauchte Wurzel rührtzum großen Teile von den anderen vom Arzneibuch zugelassenen Enzian-arten her. Einen Teil beziehen wir über Oesterreich aus den Balkanländern.Größere Quantitäten gelangen auf dem Seewege (Verpackung: gepreßteSäcke zu 50—90 kg) aus Frankreich, Spanien, der Türkei nach Hamburg.Hamburg empfing:
1899
1902
1905
1908
aus Frankreich . . .
. 69 000
32 600
23 500
25 000
kg
. 6 200
23 500
124 100
98 400
•1
aus der Türkei . . .
. 13 000
9 400
—
—
M
aus (über) England .
. 19 200
—
—
—
n
aus (über) Holland
. 7 500
—
5 200
—
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