Druckschrift 
Kurzes Lehrbuch der Nahrungsmittel-Chemie : mit 21 Abb.
Entstehung
Seite
556
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

556

Alkaloidhaltige Genußmittel.

skopischen Präparaten sind mikrochemische Eeaktionen anzustelle 11.Näheres siehe hei v. Raum er 1. c.

V. Griessmayer 1 verfährt zum Nachweise gefärbten Kaffees wie folg 1 -Man schüttelt mehrere Bohnen mit Chloroform, wird dieses blau oder g'' nngefärbt, so ist Indigo oder eine Mischung von Indigo mit Curcuma da; masetzt nun Salpetersäure zu und erwärmt; wird die Flüssigkeit entfärbt, so ist " u .Indigo anwesend; entsteht ein gelber Niederschlag, so ist auch Curcuma dabe' Line andere Probe schüttelt man mit Kalilauge; wird diese braun gefärbt, 9ist Curcuma zugegen; man setzt zur Lösung Salzsäure, bis sie sauer ist; entsteein blauer Niederschlag, so ist Berlinerblau da; entsteht dabei ein gelber,Überschuß weißer Niederschlag, so ist Chromgelb zugegen. . .

Durch kalkhaltiges Brunnenwasser wird jeder rohe Kaffee grün gefa r(Viridinsäure).

Mit Eisenocker gefärbter, gebrannter Kaffee wird an der auffallen« 6violetten Färbung leicht erkannt. Man behandelt die Bohnen 23 Minuten i'' 1warmer konz. Salzsäure und prüft die Lösung mit Rhodanammon. Zur 1 nan . etativen Bestimmung ermittelt man die Eisenmenge durch Titration in der Asmit Kaliumpermanganat. Abzug des Eisengehaltes von normalem Kaffee.

Siehe noch G.Morpurgo, Ztschr. f.Nahr.-Unters., Hyg. u. Warenk. 1898. ö >

14. Beimengung von künstlichen Kaffeebohnen. Diese sind mei sschon makroskopisch leicht erkennbar (Fehlen des Spaltes und der B eSder Samenhaut), sinken in Äther unter etc.; außerdem sind dieselbeeiner qualitativen chemischen und mikroskopischen Prüfung zu unterzieh 6

Literatur über den Kunstkaffee siehe in den deutschen Vereinb. HL

15. Havarierter Kaffee wird an einem erhöhten Chlorgehalte

Nach E. Vinassa 2 hat havarierter

Kaffee

rfee*

wäßrigen Auszuges erkannt,seine Keimfähigkeit verloren

16. Mikroskopische Prüfung. Zur vorläufigen Untersuchung le lS .die Schwimmprobe (Nr. 10) meistens gute Dienste. Kaffeepulver w 1eventuell noch weiter zerkleinert und zunächst in Wasser, dann nBehandlung mit Quellungs- und Aufhellungsreagentien wie verdünSodalösung, Ammoniak, verd. Chlorkalklösung (Bimmington, P DaCtrlh. 1881, 93), Chloralhydrat etc. unter dem Mikroskope geprüft- ^

In reinem Kaffeepulver werden nur die charakteristischen, luelos verbundenen, derbwandigen, eigentümlich knotig verdickten &spermzellen und die zusammengeschrumpften Parenchymzellen der o»haut mit den charakteristischen großen spindel- oder wetzsteinförmig 'seltener unregelmäßig knorrigen Steinzellen mit den schiefgestellten rgefunden. Vergl. S. 545.

Der Nachweis, daß ein Kaffeepulver rein ist, kann somit leicht t>führt werden; schwer ist es, manchmal wohl unmöglich, das Fälschmaterial zu erkennen. , , ,

Die Vereinbarungen für das Deutsche Reich geben folgende kennznende Gewebselemente: «teiß'

a) Feigen: Weite Milchsaftgefäße, einzellige Haare der Oberhaut,zellen in der Schale der Feigenkerne, Reichtum an Calciumoxalatdrüsen.^^^

VVare» k -

' Die Verfälschung etc. 119.1895. 9, 192.

Ztschr. f. Nahr.-Unters., Hyg. u-