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Kurzes Lehrbuch der Nahrungsmittel-Chemie : mit 21 Abb.
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Alkaloidhaltige Genußmittel.

nachträglich mit Wasser aufgequellt (brasilianischer Kaffee [Campinos,Santos], um ihm das Ansehen indischer Ware zu geben); mit Farbstoffenaufgefärbt (mit Mischungen von Berlinerblau, Turnbullsblau oder Indigomit Curcuma, Berlinerblau mit Chromgelb und Kupfervitriol, Indigo mitKohle, Chromgelb, Porzellanerde und Ultramarin etc.);

mit Sägespänen etc. poliert 1 , welche in dem Schnitt der Bohnehaften bleiben und eine bessere Sorte vortäuschen (Verdeckung des un-ansehnlichen Schnittes des Santos, Verkauf als Portorico).

b) Ganzer, gebrannter Kaffee wird mit künstlichen, aus Getreide-mehl, Leguminosenmehl etc. hergestellten Bohnen, mit gebranntem Mais,afrikanischem Nußbohnenkaffee (gerösteten, gespaltenen Erdnüssen) etc.vermischt;

zur Verdeckung von Schäden und Mängeln oder zur Vortäuschungbesserer Beschaffenheit künstlich (mit Ocker) gefärbt, mit Wasser be-schwert 2 , mit Zucker, Sirup, Dextrin, Schellack, Fetten und Ölen, Vaselin,Paraffin etc. glasiert.

Das Glasieren des Kaffees, die Behandlung desselben während oder nachdem Brennen mit Zucker, wäßrigen Extrakten, Schellack etc. soll angeblich " mdazu dienen, eine Verflüchtigung des Kaffeearomas zu verhindern und denselbenergiebiger zu machen. Tatsächlich aber wird durch diese Manipulation vielfachdie Entfernung der brenzlichen Produkte verhindert und der feine (oder auch deischlechte) Geschmack des Kaffees durch die brenzlichen Stoffe und den Geschmackdos verbrannten Zuckers etc. verdeckt.

In weitaus den meisten Fällen bezweckt die Manipulation eine Gewicht*"Vermehrung (Belassen von Wasser im Kaffee, Zusatz wäßriger Zucker- oderExtraktlösungen, deren Wasser nicht mehr entfernt wird; Gewicht des Zuckers)und die Verdeckung einer Beimischung schlechter Kaffeesorten l\ el "sehen mit dem Scheine einer besseren Beschaffenheit). Eine Konservierung ''''"Kaffeearomas wird nur in den seltensten Fällen erreicht. Der Konsument hat 8 bis10% und mehr wortlos.: Stoffe (Wasser, Zucker, Öl etc.) als Kaffee zu bezahle"und bekommt eine schlechte, dunkle, bittere (für den Fabrikanten rechtergiebig 6Brühe. Wer Surrogate will, kauft sie billiger für sich allein (als Zichorie etc.)-Konstatiert sei noch, daß durchweg nur billige Kaffeesorten diesen Manipulation 611unterworfen werden. Haben denn die besseren Sorten keine Konservierung °'Aromas nötig? Oder würden sie vielleicht durch diese Manipulationen doch velschlechtert?

Vergl. H. Weigmann, Ind. Blttr. 1888. 25, 193; J. König, Ztschr.angew. Chem. 1888, 631; A. Stutzer u. Beitmair, Das. 1888, 701; A. Stutzer,Das. 1890, 549; 1891, 600; Jeserie.h. llilgers Vierteljahrsschr. 1891. 6, l» 0 'Th. Waage, Pharm. Ctrlh. 1893. 34, 752; A. Stutzer, Ztschr. angew. Chettt-1894, 202; H. Trillich, Das. 1894, 321. 350; Forschungsber. 1895. 2, 28"'A. Stutzer, Ztschr. angew. Chem. 1895, 447; A. Forster, Forschung»!). I 8 ' '3, 338; J. Mayrhofer, Das. 1896. 3, 342; A. Juckenack und A. "','",',!,!Das. 1897, 122 (Verlust an Koffein und Fett beim Rösten mit Zucker!); T. F- 1*nausek, Ztschr. f. Unters, d. Nähr.- u. Genußm. 1899. 2, 275 (geringerer 1 '' kU ' ! ^ {)gehalt des mit Schellack glasierten Kaffees); Look, Ztschr. öff. Chem. 18'"5, 169.

1 G. Wirtz, Ztschr. f. Unters, d. Nähr.- u. Genußm. 1898. 1, 248- ~~T. F. Hanausek, Das. 1898. 1, 899. 2 E. Bertarelli, Ztschr. f. U" ted. Nähr.- u. Genullm. 1900. 3, 1181 (Borax).