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Die Genußmittel.
Probierröhrchen, welches unmittelbar zuvor mit wäßriger schwefligerSäure ausgespült wurde, bringt man zwei Raumteile des zu untersuchen-den Branntweins und einen Raumteil des Reagenses. Man schließt so-fort die Öffnung des Glases durch einen Gummistopfen, um die Ein-wirkung des atmosphärischen Sauerstoffs möglichst fernzuhalten, undbeobachtet nach Verlauf von 2 Minuten die etwa entstandene Färbung-Eine auftretende Rotfärbung zeigt Aldehyd an. Als Vergleichsobjektkann man eine Lösung von Aldehydammoniak (1:10 000) verwenden,auf welche man in gleicher Weise die fuchsin seh wellige Säure einwirkenläßt. Betreffs der Ausführung einer quantitativen, kolorimetrischen Be-stimmung des Aldehyds sei auf die Mitteilungen von L. Medicus undJ. Paul 1 verwiesen (Vereinb.).
Vergl. H. Bornträger, Ztschr. anal. Chem. 1891. 30, 208; Bela vonBitto, Ztschr. anal. Chem. 1897. 36, 369.
b) Mit m- Pheny len diaminchlorhy dr at nach K. Win-disch. 3 Man löst eine Messerspitze voll Metaphenylendiaminchlorhydrat
2 2 HCl in der doppelten Menge ausgekochten, destillierten
C«H 4 <
NPL
Wassers und gießt diese Lösung, am besten noch warm, tropfenweis z udem zu prüfenden Spiritus, der sich am vorteilhaftesten in einer weißenPorzellanschale befindet. Die Lösung des Reagenses sinkt zu Boden un<*bildet an der Berührungsstelle mit dem darüberstehenden Spiritus, J enach der Menge des vorhandenen Aldehyds, eine gelbrote bis schwach'gelb gefärbte Zone. Die Reaktion muß innerhalb 3—5 Minuten a ul 'treten, bei längerem Stehen gibt auch absolut reiner Alkohol infolg evon Aldehydbildung durch Oxydation an der Luft eine Gelbfärbung bez ff -grüne Fluoreszenz. Das Reagens sei chemisch rein und absolut trocken.Salpetrige Säure, von unreinem Wasser herstammend, darf natürlich nie 11zugegen sein.
Auf Zusatz von Ammoniak oder Alkalien verschwindet die Reaktion)welche dann auf Zusatz von Salzsäure wieder erscheint.
c) Mit Nesslers Reagens (alkalischer Kalium-Quecksilb er 'oxydlösung) nach K. Windisch. 3 Man versetzt den Branntwein m 1einigen Tropfen Nesslers Reagens. Je nach dem Gehalte des Brannweins an Aldehyd entsteht ein hellgelber oder rotgelber Niederschlag-
d) Ammoniakalische Silberlösung wird durch aldehydhaltig eBranntwein unter Abscheidung von Silber (in der Form eines schwarz 0Niederschlags oder eines Silberspiegels) reduziert.
1 Forschungsb. 1895. 2, 299; J. Paul, Zum Nachweise von Aldehyd nlAlkohol, DiM. Würzburg 189(1. — Siehe auch Ch. Giardet et L. Cun '* 9 * g !Manuel pratique de l'Analyse des Alcools et des Spiritueux 1899, 182; M. !»■* .fehl, Ztschr. d. allg. österr. Apoth.-Ver. 1894, Nr. 31; E. Mohler, Couipt. re •1891. 111, 53; Ztschr. anal. Chem. 1892. 31, 58 r
2 Ztschr. f. Spint-1886. 9, 519. — 3 Ztschr. f. Spirit.-Ind. 1887. 10, 88; siehe auch L. Cris»Ztschr. anal. Chem. 1890. 29, 350.