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Kurzes Lehrbuch der Nahrungsmittel-Chemie : mit 21 Abb.
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Die Genußmittel.

werden Substitutionen der echten (Bourbon-)Vanille mit Früchten andererVanillearten (La Guayra-, Pompona-, brasilianische Vanille) vorgefunden;letztere sind meist viel kürzer und stets bedeutend breiter als die echteVanille, außerdem von schwächerem oder ganz abweichendem (heliotrop-artigem) Gerüche.

Quantitative Bestimmung des Vanillins.

Extraktion von etwa 5 g zerkleinerter, mit Sand gemischter Vanille mitÄther. Ausschütteln des Äthers mit einer Mischung von Natriumbisulfitlaugeund gleichen Teilen Wasser. Zersetzen der Bisulfitlösung mit verd. H 2 S0 4 undnach Beseitigung der schwefligen Säure nochmaliges Ausschütteln mit Äther. Ver-dunsten der ätherischen Lösung bei 4050° C, Trocknen im Exsikkator undWiegen des zurückgebliebenen Vanillins.

Vergl. W. Busse, Studien über Vanille. Arb. d. Kaiserl. Ges.-Amt. 1898.15, 1. R. Hefelmann, Apoth.-Ztg. 1898. 13, 420. F. Dietze, Pharm.Ctrlh. 1898. 39, 485. J. Hanus, Ztschr. f. Unters, d. Nähr.- u. Genußm.1900. 3, 531. 657.

18. Zimt.

Die getrocknete, von der Oberhaut, bezw. dem Perider^m, mehroder weniger entblößte, ihres ätherischen Öles noch nicht beraubte Rindeverschiedener zu den Laurineen gehörenden Ciiinamomumarten. 1

Im Handel kommen hauptsächlich drei verschiedene Sorten vor:

1. Der Ceylonzimt, Cinnamomum zeylanicum Breyne, die feinsteund teuerste Sorte, außen hellbraun, zu mehreren ineinander geschachtelt, vonbeiden Seiten her eingerollte Rinden von etwa J / 2 mm Dicke.

2 Der chinesische Zimt (Zimtkassie, gemeiner Zimt), CinnamomumC.issia Blume, Rinden von 13mm Dicke, meist einfach gerollt und an derAußenseite teils noch mit Korkgewebe überzogen.

3. Holzzimt, Malabarzimt von Cinnamomum Burmanni Blume undanderen Arten, äußerlich dem chinesischen Zimt ähnlich, meist noch mit Kork-gewebe und grauem Flechtenanflug überzogen.

Zur Vermahlung gelangt meistens der chinesische Zimt, gewöhnlich Bruch-ware, der oft noch die Abfälle von der Ceylonzimtgewinnung beigemengt werden.

Cinnamom chips 2 nennt man die Abfälle und Späne, die sich beimSchneiden und Abschälen der Cortex Cinnainomi zeylanici ergeben (Rindenbruch,Korkpartien, llolzspäne, abgeschnittene Spitzen der Zweige); dieselben werdenauf Ceylon zur Gewinnung des Öles benutzt.

Der Gehalt der verschiedenen Zimtsorten an ätherischem Öl beträgtdurchschnittlich 1 °/ 0 .

Verfälschungen. Mehl und Kleie von Cerealien, Sandelholz,Ölkuchen, Zimtmatta (Hirsespelzenmehl!, Walnußschalen 3 , Mandelschalen,Haselnußschalen 4 ', Zucker, entölter Zimt und Zimtbruch 5 , Chips, Eisen-ocker etc.

Mikroskopische Untersuchung. Als Unterscheidungsmerkmaleobiger Zimtarten werden in den deutschen Vereinb. aufgeführt:

1 Vergl. R. Pfister, Zur Kenntnis der Zimtrinden. Forschungsbev. 189*.1, 6. 25. C. Hartwich, Arch. f. Pharm. 1901. 239, 181. 2 T. F Ha-nausek, Ztschr. d. allg. österr. Apoth.-Vereius I8!H>, 34. 3 IS. Gichard,Ztschr. f. Nahr.-Unlors., Hyg. ii. Warenk. 1895. 9, 281. 4 J. Malfatti, das.1891. 5, 133. 5 Th. Waage, Ber. d. pharm. Ges. 1893. 3, 159.