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Die Genußmittel.
Mikroskopisch charakterisiert sich das Pimentpulver durch einekleinzellige mit Spaltöffnungen und kleinen spitzen, dickwandigen Haarenversehene Epidermis, durch eine mit großen kugeligen Ölzellen und zahl-reichen, großen, meist farblosen, von einfachen und verzweigten Poren-kanälen durchzogenen Steinzellen versehenes Parenchymgewebe und durchdas aus regelmäßig aneinander gereihten polyedrischen Zellen bestehendeKeimparenchymgewebe. Die Zellen enthalten kleine, zwei- bis vierfachzusammengesetzte Stärkekörner mit zentralem Kern, außerdem Pigment,das sich mit Eisenchlorid blau, mit verdünnter Salzsäure, Salpetersäureoder Essigsäure mit schön roter Farbe löst (Pimentrot). 1 Piment-stiele kennzeichnen sich durch die helleren, zum Teil farblosen Bast-fasern und durch die zarter ausgebildeten, wenig stark gefärbten Holz-elemente, ferner durch die hellen einzelligen Haare, die au einer Seitemeist kolbenartig verdickt und von verschiedener Form sind. 2
Beurteilung. Der Aschengehalt von gemahlenem Piment betragehöchstens 6.0, der an in Salzsäure Unlöslichem höchstens 0.5 °j 0 .
14. Safran.
Safran heißen die getrockneten, ihres Farbstoffes und etherischenÖles noch nicht beraubten Narben von Crocus sativus L. Die Narbensind einzeln oder noch zu drei mit dem Griffelende zusammenhängend,dünn, am oberen (freien) Ende trichterförmig erweitert, daselbst feingekerbt und an der Innenseite aufgeschlitzt.
Bei uns vorkommende Handelssorten sind der österreichische (teuerste,braunrote, weil nur aus den vom Griffel abgetrennten Narben bestehend), derfranzösische (Gatinois) und der spanische, bei welchen der Narbe noch einverschieden langes 8tück dos gelben fadenförmigen Griffels anhängt.
Nach C. Hassack (Ztschr. f. Nahr.-Unters., Hyg. u. Warenk. 1892. 6,358)kommen auf 100 g troekner Ware etwa 60—65 000 Narben.
Seine Verwendung als Gewürz verdankt der Safran einem zur Gruppe derTerpene gehörigen Öle mit charakteristischem Gerüche und Geschmacke. von dornes etwa 10°/o enthält; außerdem wird der Safran wegen seines Farbstoffes (Crocin,Polychroit) geschätzt. — Vergl. R. Kayser, Berl. Ber. 1884. 17, 2228.
Verfälschungen des Safrans. Als solche sind zu nennen: dieBeimischung von größeren Mengen der (meist künstlich gefärbten)Griffel der Safranblüte (auch wohl ,,Feminell" genannt, z. B. bei Vogel);
Wiederauffärben von extrahiertem Safran mit fremdartigen Farb-stoffen (Teerfarben: Aurantia, Martiusgelb 8 , Corallin, Dinitrokresolkali,Fuchsin 4 etc., mit den Farbstoffen der Calendula, des Carthamus, desCampecheholzes);
Anfeuchten des Safrans mit Honig 5 , Sirup, Öl 6 , Glyzerin, Gelatine,
1 Vergl. T. F. Hanausek, Farbstoff des Piments. Ztschr. d. allg. österr.Apnth.-Ver. 1893, 51. — 2 Vergl. E. Späth, Forschungsber. 1895. 2, 419. —
3 (!. Possetto (Martiusgelb, Tropäolin, Nachweis derselben), Ztschr. f. Nahr.-Unters., Hygiene u. Warenk. 1891. 5, 45; Chem.-Ztg. 1891. 15, Kep. 96. -'
4 Chicote, Journ. pharm, chim. 1896, 117; Hilgers Vierteljahrsschr. 1896. U>■m: (Pachstn u. Nachweis). — B Collardot, Rev. intern, fals 1891/92. 5, 4. —6 H. Bremer (Nachweis von Fett), Forschungsber. 1896. 3, 439.