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Die Genußmittel.
4. Gewürznelken.
Unter Gewürznelken verstellt man die vollkommen entwickelten,getrockneten und von ihrem ätherischen Öl noch nicht befreiten Bluten-knospen von Caryophyllus aromaticus L. (Myrtaceae).
Neben Seychellen-Nelken kommen im deutschen Handel hauptsachlichSansibarnelken vor.
Der Gehalt der Nelken an ätherischem Ol (hauptsächlich Eugenol,Nelkensäure) beträgt gewöhnlich 15—20°/ 0 , soll aber auch bis 25°/ 0steigen können; Nelkenstiele (die Verzweigungen des Blütenstengels) ent-halten 5—6°/ 0 ätherisches Öl.
Verfälschungen. Dieselben bestehen in Unterschiebungen undZusätzen von entölten Nelken, ferner in Beimengungen von Nelkenstielen,Sandelholz, Piment, Mutternelken (getrocknete Früchte des Gewürznelken-baumes), Mehlen von Getreide und Leguminosen, Brotrinde, Eichenrinde,Curcumawurzel etc.
Mikroskopische Untersuchung. Das Nelkenpulver, welchesbraun und von kräftigem Geruch und Geschmack sein soll, kennzeichnetsich durch das kleinzellige Gewebe der Oberhaut, ein etwas radial ge-strecktes Parenchym mit den in zwei bis drei Reihen angeordnet liegen-den eirundlichen Ölbehältern, die an beiden Enden sich zuspitzendenBastfasern und die Bündel enger Spiralgefäße. Stärke sowie sklerotischeElemente fehlen in ganz reinem Nelkenpulver vollständig; doch werdenvereinzelte knorrige Bastzellen, parenchymatische Skiereiden und Treppen-gefäße (von einzelnen Bruchstücken der Stiele) nie fehlen. Die Parenchym-zellen enthalten gelbbraune, mit Kalilauge sich goldgelb färbende Massen,sowie Kalkoxalatdrüsen. Das Gewebe der Nelken färbt sich mit Eisen-chlorid tiefblau (Gerbstoff). Bringt man zu ölhaltigen Schnitten konß.Kalilauge, so entsteht nelkensaures Kali (säulen- oder nadeiförmige, fa rD 'lose Kristalle, deren Entstehen man in kurzer Zeit unter dem Mikroskopebeobachten kann).
Beigemengte Nelkenstiele verraten sich sofort durch ihre Stein-zellen und Treppengefäße, Piment durch seine Steinzellen und charakte-ristischen Stärkekörner; Sandelholz fällt sofort durch seine Farbe auf;Mutternelken verraten sich durch die kernigen Steinzellen, die großeneiförmigen Stärkekörner mit kleinem Kern am breiten Ende.
Bei der chemischen Prüfung ist event. eine Bestimmung desätherischen Öles auszuführen.
Beurteilung. Ganze Nelken sollen unversehrt sein, aus Keleuund Köpfchen bestehen, tief braune Farbe besitzen und beim Drückenmit dem Fingernagel soll sich ein Öl aus dem Gewebe des Unterkelchesausscheiden.
Der Gehalt gemahlener Nelken an ätherischem Öl soll mindestens10°/ 0 betragen (nach d. Cod. alim. Austr. 15%). Nelkenpulver dar!im Maxim. 8°/ 0 Asche enthalten, wovon höchstens 1 °/ 0 in SalMäur