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Die Genußmittel.
Die beobachtete Beimengung kleiner Mengen Gewebsteile von Nelken-stielen bei Nelken läßt die Ware ebenfalls noch als marktfähig erscheinen.
Als „rein" kann nur das Gewürz bezeichnet werden, dessen mikro-skopische Untersuchung die völlige Abwesenheit fremder Beimengungen,und dessen chemische Prüfung keine abnormen Verhältnisse (zu hohenAschegehalt, Extraktion der wirksamen Bestandteile etc.) ergeben hat.
Schimmelige, mit Pilzfäden durchwachsene oder sonst verdorbeneGewürze sind zu beanstanden.
Bei der Beurteilung und Peststellung des Gehaltes an Mineral-bestandteilen (Asche) 1 sind die Lagerungs- und Aufbewahrungs-verhältnisse der Gewürze in dem Groß- sowie Kleinbetriebe zu berück-sichtigen, welche durch Temperatursteigerungen, vorhandene Feuchtigkeitund dergl. mehr oder weniger beeinflußt werden; nicht minder verdienenBeachtung die Form, in welcher die Rohgewürze in Europa vielfacheintreffen, die durch den Versand, auch Zubereitung der gemahlenenGewürze bedingten zufälligen Beimengungen, welche sich kaum vor demMahlen vollkommen beseitigen lassen. Infolge dessen hat der Sach-verständige die höchsten Grenzzahlen von Fall zu Fall zu verwerten undist wohl berechtigt, eine vorliegende Überschreitung dieser Zahlen nachaufwärts, wenn dieselbe sich in den Grenzen von 0.1—0.3 bewegt, nichtsofort als absichtliche Fälschung zu deuten.
Die bei den einzelnen Gewürzen angeführten Maximalzahlen für denAschengehalt beziehen sich auf lufttrockne Ware.
Über die Beurteilung der Gewürzfälschungen vom hygie-nischen Standpunkte aus sagt K. B. Lehmann 2 : „Ist auch bisherselten eine Gesundheitsgefährdung von solchen Manipulationen nach-gewiesen, so wird doch einmal die physiologische Wirkung der Gewürze— die eine wichtige Rolle in unserem Ernährungshaushalte spielen —wesentlich herabgeschwächt, eventuell sogar verändert (z. B. bei Ersatzvon Pfeffer durch paprikahaltiges Mehl). Zweitens ist jeden Augenblickdie Möglichkeit vorhanden, daß auch schädliche Surrogate von der wenigwählerischen Industrie verwendet werden, wofür Dinitrokresolkalium,Bleichromat, brandige Getreidekörner jetzt schon als Beispiele angeführtwerden können. Endlich ist es ekelhaft, statt reiner Gewürze Schmutzaller Art zu genießen."
Auf den Ankauf gemahlener Gewürze sollte man soviel wie möglichverzichten.
Siehe noch: Codex alimentäres austriaous. — Schweizerisches Lebensmittelbuch. — H. Woynar, Gewürze des Kleinhandels. Ztschr. f. Nahr.-Unters.,Byg. ii. Warenk. 1892. 6, 227. — T. F. Hanausek, Universalgewtirze. Chem--Ztg. 1893. 17, Bf)3. — C. Hartwich, Aus d. Geschichte der Gewürze. Apoth.-Z%. 1894, 401. 415. 439. — Ed. Späth, FaTschungsrezepte. Forschungsber.1896. 3, 308. —
1 Nach d. Vereinb. II, 54, — 2 Die Methoden d. prakt. Hygiene. Wies-baden 1901.