Künstliche Süßstoffe.
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c) Glucin. Glucin ist das Natriumsalz eines Gemisches einer Mono-und Disulfosäure einer Verbindung, welche die Zusammensetzung C lfl H le N 4haben soll. Es ist ein hellbräunliches Pulver, das in heißem Wasserleicht löslich, in Äther und in Chloroform unlöslich ist; aus der wäßrigenLösung scheiden andere Säuren ein Gemisch der Sulfosäuren ab. Über250" C. oder im Vakuum erhitzt, zersetzt es sich ohne zu schmelzen;es ist 300 mal so süß wie Rohrzucker.
Nachweis künstlicher Süßstoffe.
a) Saccharin muß zunächst durch Ausziehen mit Alkohol, Äther°der Benzin aus dem Nahrungs- oder Genußmittel isoliert werden. Daaber das Natriumsalz in diesen Extraktionsflüssigkeiten nicht oder nurwenig löslich ist (siehe oben), so muß man das zu prüfende Material,w enn dies nicht schon saure Reaktion besitzt, vor dem Ausschüttelnttut Phosphorsäure ansäuern. Siehe bei „Wein".
Das nach dem Verdunsten des Lösungsmittels zurückbleibendeSaccharin kann erkannt werden.
1. an seinem stark süßen Geschmacke;
2. durch Bestimmung des Schmelzpunktes;
3. durch Überführen des Saccharins in Salizylsäure (Schmelzen mit
Ätznatron) und Nachweis der letzteren in bekannter Weise (Bruylants, 1
c - Schmidt 2 );
Vergl. F. Wirthle, Chem.-Ztg. 1900. 24, 1035 und 1901. 25, 81(1; sieheauch bei „Wem".
4. durch Oxydation des Saccharins bezw. des Schwefels der Sulfo-grappe zu Schwefelsäure (Schmelzen mit Soda und Salpeter) und Nach-ts bezw. Bestimmung derselben (Reischauer 3 , A. H. Allen*,A - Hilger 5 ). Siehe auch unter „Wein".
Zuweilen werden mit dem Saccharin gleichzeitig stark schmeckende (Bitter-s °ffe des Bieres), auch die anderen Reaktionen störende Substanzen in LösungSebraoht. Um diese Stoffe zu beseitigen, kann man nach Ed. Späth 6 beim Bierz - B. die. bitter schmeckenden Stoffe durch Zusatz von etwas Kupfernitrat binden.£■ de Brevans (Ann. chirn. analyt 1900. 5, 131; Ztschr. f. Unters, d. Nähr.- u.<*enußm. 1901. 4, 180) entfernt die Gerbstoffe durch Behandeln mit EisenchloridUl "l kohlensaurem Kalk. Alex. Herzfeld und F. Wolff 7 trennen Saccharinvuich Dulcin) von den störenden Substanzen durch Sublimation in folgender Weise:
Der auf einige Kubikzentimeter eingeengte Ätheroxtrakt wird auf einenAsbestpfropfen gegossen, bei 100° getrocknet und in den Sublimationsapparat^bracht. Als solcher dienen zwei ineinander gepaßte Glasrohre von 40 cm Längeu "d etwa 1 5 cm lichter Weite. Dieselben sind halb übereinander geschoben und«n der Verbindungsstelle mit einem Gummischlauchstuck luftdicht verbunden.er Asbestpfropfen wird in das weitere Rohr vor die Mündung des engeren ge-
„ x Journ. pharm, et chim. 1888, 292. 296; Hilgers Viertel)ahrsschr. 1888.j^ 388. — 2 Kep . anaJL 0hem _ 1887i 7 > 437 . ztschr. angew. Chem. 1888, 396., Deutsche Zuckerind. 1886, 124. — 4 Anal. 1888. 13, 10Ö. — 5 Ber. üb.• y - Vers. d. fr. Vereinigung bayr. Chem. in Erlangen 1890, 26. — 6 Ztschr.■»gew. Chem. 1893 579. — 1 Ztschr. d. Ver. f. Eübenzuckerind. 1898, 568.