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Kurzes Lehrbuch der Nahrungsmittel-Chemie : mit 21 Abb.
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II

omg.

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Beurteilung. 1

1. Das spezifische Gewicht der wäßrigen Honiglösung 1 : 2 sollnicht unter 1.11 betragen, bezw. der Wassergehalt soll den diesemspez. Gewichte entsprechenden Wassergehalt = 25°/ 0 nicht übersteigen. 2

Wird stark wasserhaltiger Honig nahe der Bruttemperatur in feuchterAtmosphäre aufbewahrt, so geht derselbe häufig in alkoholische, später in saureGärung über; auch findet sich dann öfter Schimmelbildung.

2. Der Aschengehalt schwankt zwischen 0.1 und 0.8 °/ 0 ; reineHonige enthalten meist 0.1 0.35°/ 0 . Honigtau erhöht den Aschengehalt,auch Havannahonige haben höhere Aschengehalte. Bei einem 0.3 °/ 0übersteigenden Aschengehalt ist ein Verdacht auf Zusatz von Stärkesirup,Melasse, welche oft reich sind an Chlornatrium und Kalksalzen, gerecht-fertigt. Der Phosphorsäuregehalt reiner Honige liegt zwischen 4.0 bis10.5 °/ 0 der Asche, meist nicht über 7°/ 0 .

3. Der Gehalt des Honigs an Rohrzucker soll 10°/ 0 nicht über-steigen.

Vergl. jedoch: K. Bensemann, Ztschr. f. angew. Chem. 1888, 117.K - v. Lippmann, das. 1888, 633.

4. Enthält der Honig weniger als 1.5 °L Nichtzucker (berechnetaus der Differenz von Gesamtzucker und Trockensubstanz), so ist aufZusatz von künstlichem Invertzucker, Rohrzucker oder Dextrosezuckerz u schließen. -V%7~

5. Beträgt die Rechtsdrehung der 10 proz-ravergorenen Honiglösungmehr als + 3 Kreisgrade bei Anwendung deszOO mm-Rohres, und gibtder Honig die qualitative Dextrinreaktion (nach Beckmann), so istderselbe als mit Glykose oder Stärkezucker versetzt zu bezeichnen. Das-selbe ist der Fall, wenn die nach dem Vergären quantitativ ermittelteDextrinmenge mehr als 10°/ n beträgt.

6) Bei Surrogaten darf die BezeichnungHonig", z. B. Zuckerhonig,Kandishonig, nicht benutzt werden; auch die Bezeichnung Tafelhonigls t bei Surrogaten oder Mischungen nicht zu dulden.

Vergl. P. Degener, Pharm. Ztg. 1898. 43, 427. H. Gühler, Ztschr.offentl. Chem. 1898. 4, 676. Haenle, Pharm. Ztg. 1899. 44, 742.

Nach den Anforderungen des Arzneibuches darf gereinigterHonig mit 1 T. Ammoniakflüssigkeit gemischt die Farbe nicht ändern(Gerbsäure), mit 2 T. Weingeist gemischt, keine Trübung zeigenvüextrin). Mit 4 T. Wasser gemischt muß eine klare Lösung entstehen,welche durch Silbernitrat (Chloride: Melasse, Rohr/.uckersirup) undß aryumnitrat (Sulfate: Dextrosesirup) nicht bezw. nur opalisierend getrübtWlrd -_ 10 g gereinigter Sirup dürfen nicht mehr als 0.4 cem Normal-Alkali zur Sättigung gebrauchen.

Vergl. H. Ley, Pharm. Ztg. 1902. 47, 227.

1 Siehe auch d. betr. Artikel imSchweizerischen Lebensmittelbuch", S. 132p, lmCodex aliment. Austriacus", Forschungsher. 1894. 1, 307. z W. Lenz,

Ch.

em.-ztg. 1884. 8, 618.