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Kurzes Lehrbuch der Nahrungsmittel-Chemie : mit 21 Abb.
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Pflanzliche Nahrungsmittel.

steht durch weitere Einwirkung von Säuren auf den durch Hydrolysebereits gebildeten Traubenzucker. Das Gallisin ist wahrscheinlich identischmit der Isomaltose von E. Fischer, wenigstens sind die Eigenschaftendes aus Gallisin und aus Isomaltose erhaltenen Osazons die gleichen. Mannahm daher bislang an, daß der Stärkezucker bestehe aus Dextrose,vielleicht Maltose, Isomaltose und Dextrin.

Neuere Untersuchungen von M. Honig (Ztschr. f. Unters, d. Nabr.-u. Genußm. 1902. 5, 641) haben dargetan, daß das Gallisin nicht mitIsomaltose identisch ist, sondern ein Gemenge verschiedener Kohlehydratedarstellt. Nach Honig sind in dem käuflichen Stärkesirup neben Gly-kose noch zwei Gruppen von Dextrinen enthalten, von denen die einedurch Alkohol von 87 Vol.-Proz. fällbar ist, ferner BaryumVerbindungenliefert, die in verdünntem Alkohol (1 T. Alkohol + 3 T. H 3 0) unlöslichsind und ein Gemisch von Erythro- und Achroodextrin der Stärke dar-stellt, während die andere Gruppe sich aus in Alkohol löslichen Dextrinenzusammensetzt, deren Baryumsalze in verdünntem Alkohol gleichfallslöslich sind, deren Eeduktionsvermögen kleiner ist als das der Achroo-dextrine und die wahrscheinlich aus der Glykose durch Keversion ent-standen sind. Beide Arten von Dextrinen sind schwer vergärbar, be-sonders das alkohollösliche; der Gärrückstand dos Stärkesirups stelltdaher ein Gemisch dieser Dextrine dar.

Der feste Stärkezucker des Handels enthält wesentlich geringereMengen von Dextrinen, die durch Alkohol fällbar sind, und diese be-stehen hauptsächlich nur aus Achroodextrin; die Hauptmenge seinerDextrine ist in Alkohol löslich. Der Gärrückstand des Stärkezuckersdas Gallisin von Schmitt und Cobenzl besteht daher hauptsächlichaus den letzterwähnten Dextrinen und die von Schmitt und Cobenzlfür das Gallisin angegebenen Reaktionen stimmen daher in manchen Punktenmit jenen überein, welche den alkohollöslichen Dextrinen zukommen.

J. N essler und M. Barth (Landw. Vers. 1880, 207), ebensoA. Schmitz (Deutsche Zuckerind. 1880, Nr. 50) wollen eine gesundheits-schädliche Wirkung des Stärkezuckers nachgewiesen haben, J. v. Mering(Dtsche. Viertelj. f. öffentliche Gesundheitspfl. 1882. 2. Heft) und Schmittund Cobenzl (Berl. Ber. 1. c.) konnten eine solche nicht nachweisen.

Stärkezucker enthält 1520% Wasser, 6575% Dextrose(durch direkte Reduktion bestimmt) und 515% Dextrine (aus derReduktion nach Inversion und der direkten Reduktion bestimmt).

Stärkesirup enthält 1520%, Wasser, 35 45°/ 0 Dextrose undca. 40%, Dextrine.

Diese auf Grund des Keduktionswertes ermittelten Zahlen stellen nicht >'"'wirkliche Zusammensetzung der Produkte bezüglich ihres Gehaltes an Kohle-hydraten dar. Vorgl. M. Honig 1. c.

Der Aschengehalt des Stärkezuckers bezw. Stärkesirups betrügt b elKochung mit Schwefelsäure 0.20.32, bei den mit Salzsäure gekochtenSirupen 0.50.7%.