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Kurzes Lehrbuch der Nahrungsmittel-Chemie : mit 21 Abb.
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Pflanzliche Nahrungsmittel.

dem wenig reine Kristalle, je nach dem zu erzielenden Produkte, Anhydrid- oderHydratkristalle eingerührt sind.' Das Anhydrid kristallisiert schneller aus.

Arno Behr 2 in Chicago stellte 1882 den ersten technisch reinen, d. h.kristallisierten und von unvergärbaren Substanzen freien Traubenzucker in größeremMaße her.

Wenn heute im allgemeinen kein reiner Stärkezucker hergestellt wird, 88ist nicht mangelnde Technik die Ursache dieses Umstanden, sondern die zu hohl'"Produktionskosten.

Versuche, ohne vorherige Abscheidung der Stärke aus dem Rohmaterialdirekt Traubenzucker darzustellen, haben kein befriedigendes Resultat ergeben.

Zur Gewinnung von Stärkesirup wird bei Anwendung von weniger Säurenur so lange gekocht, bis mit Jod keine Bläuung mehr eintritt; es sind dannneben Dextrose noch größere Mengen Dextrin vorhanden, welche die erstere amKristallisieren hindern. Auf 100 kg Stärke verwendet man 300 Liter Wasser mit23 kg Schwefelsäure. Die neutralisierte, event. über Kohle filtrierte Flüssig'keit wird auf 4044° B6 konzentriert, in Pässer gefüllt und kommt dann alsKapillairsirup, sirop capillaire (weil er sich zu Fäden ziehen läßt), siropi m ponderable (weil mit Aräometer nicht mehr wägbar), in den Handel.

Stärkezucker wird in Haushaltungen als Kochzucker, in Konditoreienund als Surrogat in der Bierbrauerei verwendet. Bei der Weinbereitung darfnur technisch reiner Stärkezucker Verwendung finden.

Stärkesirup dient als Beimischung zu Kruchtsirupen, Marmeladen undGelees, als Ersatz für Honig und Kolonialsirup in der Konditorei. Audi in derLikörfabrikation wird Stärkezucker und Stärkesirup vielfach verwendet.

Zuckeroouleur ist karamelisierter Stärkezucker, der teils in konzentrierterLösung :ils Färbemittel für Spirituosen, Bier, Wein, Essig oder in Pulverform a' 9Kaffeesnrrogat in den Handel gelangt.

Dieselbe wird hergestellt durch Erhitzen von Zucker oder Sirup zuweilenunter Zusatz von Soda oder Ätznatron (3 kg auf 100 kg Zucker) zur Unterstützt!"?der Karamelisierung in eisernen Kesseln auf 200° über freiem Feuer unterUmrühren.

Couleur für Spirituosen muß von Dextrinen möglichst frei sein (sonst Dextrin;ausschoiilung durch Alkohol); Essigcouleur darf nicht unter Zusatz von Alk' 1 ' 1hergestellt sein (sonst Neutralisation der Essigsäure, Ausscheidung humussaurerNatriumverbindungen aus der Couleur durch die Essigsäure.

Über die Fabrikation von Stärkesirup etc. siehe noch: J. Kriege 1 ''D. Fabrikation von Stärke, Dextrin, Glykose und Traubenzucker aus Mais in »Ver. Staaten. Berlin bei Springer, 1896. O. Saare, D. Industrie der Stärkeu. der Stärkefabrikate. Berlin bei Springer, 1896. Franz Malinsky, F» al "Stellung von Stärkezucker aus Stärke mit Flußsäure. Ztschr. f. Spirit.-lnd. 1899'22, 240.

Eigenschaften und Zusammensetzung. 3

Prima Stärkezucker bildet eine reine, weiße, feste, harte, nichtkristallinische Masse, die in Broten (Kistenzucker) oder in Stücken (g e-raspelt) in den Handel kommt; die Sekundaware ist mehr oder wenig elgelb gefärbt und weicher.

Prima Stärkesirupe sind farblos, wasserhell und blank, Sekunda*wäre ist mehr oder weniger gelb gefärbt, aber klar und nach demGrade der Eindickung mehr oder weniger zähflüssig.

1 Sehr reine Säfte lassen sich aufKorn" kochen (Cords-Virneisel).2 Berl. Ber. 1882. 15, 1104; vergl. 0. Hesse, das. 2349. 3 Vergl. Vereint»,f. d. Deutsche Reich II, 96.