Zucker.
301
Man löst also das Normalgewiclit in Wasser, klärt, wenn nötig,durch vorsichtigen Zusatz von Bleiessig 1 , füllt auf 100 ccm auf, filtriertunter möglichster Verhütung von Verdunstung durch ein trocknes Filterund polarisiert.
Das Normalgewiclit für den Soleil-Dubosq- Apparat ist 16.35 g.
Die Apparate von Mitscherlich, Laurent (Landolt) und Wildsind mit Kreisteilung versehen, letzterer besitzt auch eine Zuckerskala.Bei Benutzung dieser Apparate sind 15.0 g Zucker zu 100 ccm zu lösen;die im 200 mm-Rohr gefundenen Resultate sind mit fünf zu multi-plizieren, um Gewichtsprozente Zucker zu erhalten.
Beim Wildschen Saccharimeter bedeutet jeder Teilstrich 1 g Zuckerlr a Liter oder für eine Lösung von 10 g Zucker in 100 ccm Wasserbedeutet jeder Teilstrich 1 °/ 0 des untersuchten Zuckers. Um größereGenauigkeit zu erzielen, löst man 20 g in 100 ccm Wasser, dann ent-spricht jeder Teilstrich einem l / 2 °/ 0 Zucker. Bei gefärbten Zuckern löstttian in 100 ccm Wasser, gibt 10 ccm Bleiessig zu, filtriert und be-obachtet dann im 200 mm-Rohr.
Polarisiert man eine Rohrzuckerlösung unbekannter Stärke im200 mm-Rohre bei 17.5° C, so entspricht 1 ° Drehung im Polarisations-apparate vonMitscherlich, Laurent, Wild
mit Kreisgradteilung .... 0.75 g Zucker in 100 ccm Lösung,Soleil-Ventzke-Scheibler, mit l norn . QSchmidt und Hänsch Zucker-} u - bU40 & »
S oleil-Dubosq ) skala 0.1635 g • „
Die spez. Drehung des Rohrzuckers beträgt bei 17.5° C. = +66.5°.
In Sirupen und Melassen wird die Polarisation nach Anlage Aoer Ausführungsbestimmungen zum Zuckersteuergesetze unter Anwendungdes halben Normalgewichtes der Substanz (13.024 g) ausgeführt. Ver-doppelung der Polarisationsgrade! (v. Buchka 1. c. 98.)
Siehe noch: Prinsen-Geerligs, Einfluß d. Bleiessigs auf die Polarisationd - Kolonialsirupe. D. Zuckerind. 1898. 23, 1753; Chem.-Ztg. 1898. 22, Rep. 820.
b) Gewichtsanalytisch. Bei der zollamtlichen Untersuchungder 2 u / fl oder mehr Invertzucker enthaltenden stärkezuckerfreien Abläufelöst man das halbe Normalgewicht (13.024 g) in einem 100 ccm-Kölbchen111 75 ccm Wasser, setzt 5 ccm HCl vom spez. Gewicht 1.19 hinzuUn -d erwärmt auf 67—70° im Wasserbade. Auf dieser Temperatur(67—70°) wird der Kolbeninhalt noch 5 Minuten unter häufigem Um-
, ' Bereitung von Bleiessig: 3 T. rohes Bleiaoetat (300 g) wmUmmrt,T. Bleiglätte (100 g) und unter Zusatz von 0.B T. Wasaer (60 ccm) im bedecktenGeftüe im Wasserbade erhitzt, bis die anfangs gelbliche Mischung weiß, oder rötl'.^voie ^worden ist; dann setzt man noch 9.5 T. Wasser (950 ccm) allmählichhinzu und erwärmt noch einige Stunden. Wenn die Masse ganz oder bis aut
einen geringen Rückstand"«^ einer trüben Flüssigkeit gelöst ist, läßt man imwohlverschlosseiK'i. Gefäße absitzen und filtriert sodann.