Zucker.
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Kristallen erfolgt schon im Vakuum). Beim Abkühlen der Masse in Kästen wirddie Kristallisation noch vervollständigt. Zerkleinern der Kristalle in Misch- oderJ og. Mai seh-Apparaten unter Zusatz von etwas Sirup; Ausschleudern des Roh-zuckers (1. Produkt). Der ausgeschleuderte (Grün-)Sirup wird wieder soweiteingekocht, da(3 er eine heißgesättigte Zuckerlösung darstellt (Blank-Kochen);beim Stehenlassen (14 Tage) liefert er wieder Kristalle (2. Produkt); Ausschleudernderselben. Der nun gewonnene Sirup gibt bei nochmaligem Verkochen undStehenlassen (mehrere Monate) noch ein 3. Produkt, der von diesem geschiedeneSirup ist die sog. Melasse, die zwar noch ca. 50% Saccharose enthält, aberwegen ihres großen Gehaltes an Salzen (Kalisalze, Salpeter) kein Auskristallisierengestattet.
Die festen Rübenrohzucker teilt man ein in Ersterzeugnisse und Nach-ei'zeugnisse. Erstes Erzeugnis hat 94—98 Polarisation (Saccharose), 0.7—2.5 °/ 0Wasser, 0.5—1.6°/ 0 Asche; Nacherzeugnisse zeigen 87—96 Polarisation, 1.3—4°/ 0Wasser, 1.2—3.5 °/ 0 Asche.
Der Rohzucker wird in den Raffinerien nochmals in Wasser gelöst undüber Knochenkohle filtriert; die Zuckerlösung wird dann eingedampft und durchSchleudern, Decken (Verdrängen des Sirups /ms den in Hutformen befindlichenBroten durch Übergießen mit reiner Zuckerlösung, der „Deckkläre") und Absaugen(Abnutschen) vom anhängenden Sirup (Melasse) befreit.
Je nach dem Grade der Reinheit unterscheidet man verschiedene Zucker-^°i'ten; am reinsten sind: Raffinade, Kristalltärina, Kandis und Saftmelis, welche"•^"In Zucker enthalten; weniger rein sind Lumps, Farinamehl, Würfelzuckerund gemahlener Zucker, welche bis zu 1 °/ 0 Nichtzucker einschließen.
Das Entzuckern der Melasse, welche noch ca. 50°/i) Zucker enthält,'nid früher zur Herstellung von Spiritus diente, kann durch Dialyse derselbengegen Wasser durch Pergamentpapier geschehen (Osmose-Verfahren von Du-'"' 'Infant).
Die neueren jetzt meist angewendeten Verfahren gehen darauf hinaus, denVit M an K'' 1 "' oder Strontium zu binden und den gebildeten Saccharatün mitWasser oder Alkohol die leichter löslichen Beimengungen der Melasse zu entziehen.
Bei dem in eigenen Anstalten ausgeführten, verbreitetsten Strontian-v .erfahren wird die Masse mit 3 Mol. Strontiumhydrat gekocht; es fällt Strontium-nsaccharat, das in Kutschen abgesaugt und mit heißer Strontianlösung gewaschenu "'d. Durch Behandeln mit kaltem Wasser von 15° C. wird MonoStrontium-saecharat gelöst und Strontiumliydrat abgeschieden; letzteres wird abgeschleudert,ie Lösung mit Kohlensäure vom Strontium befreit und eingedampft.
Scheibler und Seyfferth mischen Melasse mit feingemahlenem, unge-mischtem Kalk und waschen die beim Löschen des Kalkes fest gewordene, poröse* lasse mit 85 pro/.. Alkohol aus» Das ungelöste Tricaleiumsaccharat wird durchKohlensäure zersetzt etc. (Elutionsverfahron).
Steffen fällt mit einem großen Überschuß von Kalk und wäscht mit Wasserls (Ausscheidungs- oder Substitutionsverfahren).
Die Melassezucker enthalten neben Saccharose häufig Raffinose. DieK j™nose (Melitriose) ist stärker rechtsdrehend als Bohraueker, reduziert Fehling-S(? he Lösung nicht, gärt aber leicht mit Hefe.
Diö bei der Zuckerfabrikation ursprünglich gewonnenen oder weiter be-reiteten Abläufe (flüssige Zucker; Sirup, Melasse) teilt das deutsche Zueker-«euergesetz in solche, deren Quotient, d. h. prozentualer Zuckergehalt in derY'ockensubstanz unter oder über 70 liegt; erstere unterliegen nicht der Zucker-s teuer (u Mavk ffir 100 kg Nettogewicht). Als Quotient gilt derjenige Prozent-«"a des Zuckergehaltes, welcher sich auf Grund der Polarisation oder des chemischem uttelten Zuckergehaltes und des spezifischen Gewichtes nach Brix berechnet.
0
uotient
100 x Polarisationsgrade (oder " „ Zucker)Brix-Grade