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Pflanzliche Nahrungsmittel.
Zuckerhirse (Sorghum saccharatum), des Zuckerahorns, der Palmen etc.Für die technische Gewinnung desselben kommt hauptsächlich nur dasZuckerrohr (in den Tropen) und die Zuckerrübe (in Deutschland) in Be-tracht. Während früher nur der aus dem Zuckerrohr gewonnene ZuckerVerwendung fand, hat seit dem Anfange des 19. Jahrhunderts der„Rübenzucker" dem indischen „Kolonialzucker" erfolgreich Konkurrenzgemacht.
Von 6 Mill. Tonnen Zucker, die jährlich im ganzen erzeugt werden, sindetwa 3.5 Mill. t aus Rüben, 2.5 Mill. t aus Rohr gewonnen worden. Aus Dattel-palmen werden in Ostindien etwa 14 000 t, aus Zuckerahorn in Nordamerika etwa20000 t Zucker gewonnen.
Fabrikation des Zuckers.
1. Rübenzucker.
Die Gewinnung des Zuckersaftes aus Rüben geschah früher allgemeindurch Auspressen oder Ausschleudern der gewaschenen und zu einem Brei zer-kleinerten, jetzt fast nur mehr durch systematisches Auslaugen (Diffusion) dermittels Schnitzel- oder Schneidemaschinen zu dünnen, 1 —1.5 mm dicken Scheibenzerschnittenen Rüben mit Wasser von ca. 50° C. in zylindrischen, aus Eisenblechhergestellten Gefäßen von etwa 2.0—2.5fn Höhe und Im Durchmesser, den sog-Diffuseuren. Die in den Zellen eingeschlossene Zuckerlösung diffundiert durchdie Zellwände in das umgebende Wasser, wogegen Wasser von außen in dieZellen wieder eintritt (Endosmose, Dialyse).
Die ausgelaugten Schnitzel mit ca. 5°/ 0 Trockensubstanz und 0.2—0.4°/'oZucker werden ausgepreßt und als Futter verwendet.
Zur Reinigung des Saftes, der neben beträchtlichen Mengen von an-organischem und organischem Nichtzucker 8—10 °/ 0 Zucker enthält, wird derselbein Kästen aus Eisenblech mittels geschlossener Dampfschlangen erhitzt (ein Teilder Eiweißstoffe gerinnt), dann mit Ätzkalk (2—3°/ 0 vom Rübengewicht) versetzt(Scheidung) und nun mit Kohlensäure behandelt (Saturation). Der Kalkbindet die freien, den Zucker invertierenden Säuren, fällt Phosphorsäure, Oxal-säure und andere organische Säuren ganz oder teilweise, ferner Eisenoxydul undMagnesia (Alkalien bleiben in Lösung), einen Teil der Eiweißkörper, währendein anderer Teil unter Ammoniakentwicklung zersetzt wird, endlich auch diesuspendierten Bestandteile und Farbstoffe. Der Zucker wird in lösliches Mono-ealciumsaccharat übergeführt. Die eingeleitete Kohlensäure bindet den über-schüssigen Kalk und zersetzt wieder das Oalciumsaccharat.
Den nitrierten bezw. abgepreßten Saft versetzt man nochmals mit'/ 4 —'/»%Kalk, erhitzt, sättigt mit Kohlensäure bis auf 0.04 u / 0 Alkalität und nitriert durchFilterpressen.
Diese sog. Schlammsaturation hat die früher übliche, auf die Saturationfolgende kostspielige Filtration über Knochenkohle überflüssig gemacht; statt der-selben wird noch eine Nachsaturation mit schwefliger Säure ausgeführt (Fällungdes noch vorhandenen Kalkes als Sulfit, Entfärbung; zugleich wird aber ein Teilder schwefligen Säure zu Schwefelsäure oxydiert).
[Der abgepreßte Scheideschlamm wird als Dünger benutzt: 100 T. Trocken-substanz enthalten ca. 40°/ 0 CaO, 1% 1;> a 0 5. ( >^"lo N und etwas Kali.]
Der gereinigte Saft (IHinnsaft von ca. 9° Brix) wird in Verdampfapparate»auf ca. 50° Brix konzentriert; nach abermaliger Filtration durch PüterpresseDund vorsichtiger Neutralisation der wieder vermehrten Alkalität folgt das \ Wkochen des „Klärsels" im Vakuum, wodurch ein teilweise kristallisierender Sirupmit 80—85°/ 0 Zucker erhalten wird (Kochen auf Korn; die Abscheidung von