Druckschrift 
Kurzes Lehrbuch der Nahrungsmittel-Chemie : mit 21 Abb.
Entstehung
Seite
292
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

292

Pflanzliche Nahrungsmittel.

Rechtsdrehung oder nur geringe Linksdrehung nach der Inversiondeutet auf Anwesenheit von Stärkezucker.

Vergl. noch C. H. Wolf, Rep. anal. Chem. 1882. 2, 343. A.Stutzer,Ztschr. angew. Chem. 1888, 700. J. König u. M. "Wesener, Ztschr. analvt.Chem. 1889. 28, 404. Kyll, Chem.-Ztg. 1889. 13, 66.

6. Bestimmung der Zuckerarten. Von Zuckerarten ist in denhier in Betracht kommenden Produkten stets vorhanden Invertzucker,meist auch unveränderter Rohrzucker; war Stärkezucker (Stärkesirup)verwendet, so ist auch auf Dextrose, Dextrin und Maltose Rücksicht zunehmen. 10 g Substanz werden in 1 Liter Wasser gelöst oder mit1 Liter Wasser ausgelaugt; die Lösung wird filtriert.

Muß die Lösung entfärbt werden, so löst man 10 g in etwa 400 ccmWasser, fällt mit Bleiessig und füllt auf 500 ccm auf; aus 400 ccmFiltrat wird das überschüssige Blei mit festem, phosphorsaurem Natrongefällt, dann wird auf 800 ccm aufgefüllt und filtriert.

Enthält die Substanz Alkohol, so dunstet man diesen nach vorher-gehender Neutralisation der Flüssigkeit ab. Manchmal ist eine geringereVerdünnung als 1 : 100 angebracht; es ergibt sich das aus einer an-nähernden Extraktbestimmung.

a) Von diesem Filtrate (Lösung 1 : 100) dienen 25 ccm zur Bestimmungdes Invertzuckergehaltes nach Meißl. Siehe Tabelle IV am Schlüssedieses Buches.

b) Weiterwerden 75 ccm obiger Lösung (1 : 100) mit 5 ccm Salzsäurevom spez. Gew. 1.19 (88.8°/ 0 ) auf 6770° erwärmt, 5 Minuten unteröfterem Umschütteln bei dieser Temperatur gehalten (invertiert), dannrasch abgekühlt, mit festem kohlensaurem Natron fast neutralisiert undauf 150 ccm aufgefüllt. In 25 ccm dieser Lösung wird sodann derGesamtzuckergehalt nach E. Meißl bestimmt.

Die vor der Inversion gefundene Zuckermenge, auf 100 g Sub-stanz berechnet, zieht man von der nach der Inversion gefundenenebenso berechneten ab. Der Rest, mit 0.95 multipliziert, gibt die Mengedes in 100 g Substanz enthaltenen Rohrzuckers. Geringe Mengenmit dem Rohrzucker invertierten Dextrins bleiben hier unberücksichtigt'

c) Zur Bestimmung von Dextrin versetzt man weitere 75 ccm obigerLösung mit 7.5 ccm HCl vom spez. Gew. 1.125 ' und erhitzt 8 Stundenam Rückflußkühler im kochenden Wasserbade. Nach dem Erkalten wirddie Flüssigkeit mit Natronlauge (800 g in 1 Liter) fast neutralisiert,event. filtriert und mit Wasser auf 150 ccm verdünnt. In 25 ccm dieserLösung wird nun der Zuckergehalt nach Allihn bestimmt. Tabelle IHam Ende dieses Buches.

Von dem jetzt erhaltenen Gesamtzucker zieht man den nach b)gefundenen ab und multipliziert den Rest mit 0.9, um die vorhandengewesene Menge Dextrin zu finden.

1 Oder 6 ccm HCl vom spoz. Gew. 1.19.