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Kurzes Lehrbuch der Nahrungsmittel-Chemie : mit 21 Abb.
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Pflanzliche Nahrungsmittel.

2. Nachweis von Metallgiften. Hier ist zu prüfen: auf Kupferund Nickel, die von einer absichtlichen Färbung mit Kupfer- oderNickelsulfat oder von der Benutzung kupferner Kochgeschirre bei Her-stellung der Konserven herrühren können; 1 auf Blei und Zinn, dieaus den Einmachgefäßen, dem Büchsenmaterial, 2 aus Tongefäßen, 3 ausStaniolVerpackung, 4 Gummidichtungen, von Lötstellen her aufgenommensein können, besonders wenn der Inhalt der Büchsen in Gärung über-ging; auf Zink (in gedörrtem Obst, Apfelschnitten, von der Verwendungverzinkter Horden oder vom Bestreuen mit Zinkoxyd zur Erhaltung derweißen Farbe herrührend). Zink kann auch aus Gummidichtungenstammen.

Blei läßt sich in Büchsenkonserven zuweilen in Form von Blei-kügelchen (von der Lötung herrührend) mit der Lupe erkennen. a

Um Kupfer nachzuweisen und zu bestimmen, kann man die zer-kleinerte Masse (etwas 50 g) in Porzellanschalen oder -tiegeln eintrocknenund veraschen, die Asche mit Salpetersäure ausziehen, die Lösung zurTrockne eindampfen, den Rückstand mit Salzsäure aufnehmen, Schwefel-wasserstoff einleiten etc.

Vergl. K. B. Lehmann, Arch. f. Hyg. 1895. 24, l. 18. 73; 1896. 27, 1. V. Vedrödi, Chem.-Ztg. 1896. 20, 584.

Für den Nachweis und die Bestimmung von Blei, Zinn und Zinkempfiehlt sich die Verkohlung und Veraschung mit reinster, konzentrierterSchwefelsäure unter Zuhilfenahme von Salpetersäure oder das Verfahrennach A. Halenke (siehe S. 239); bei einfacher Veraschung können Ver-luste entstehen.

Behufs Nachweis und Bestimmung des Zinks in Apfelschnittentrocknet und verascht man 50 g Apfelschnitten in einer geräumigen Platinschalevorsichtig, 6 laugt die Kohle mit Salzsäure aus und brennt die rückständige Kohleweiß. Den salzsauren Auszug oxydiert man durch Erhitzen mit etwas ehlorsauremKali, 7 verjagt das Chlor und fällt dann Eigen und Tonerde mit Ammoniak; dieseFällung mit Ammoniak wiederholt man (event. Zusatz von 1 Tropfen Eisenchlorid)Das Filtrat wird essigsauer gemacht, erwärmt und mit Schwefelwasserstoff be-handelt. Das event. gefällte, abfiltrierte Schwefelzink wird in Salzsäure gelöst,mit kohlensaurem Natron wieder gefällt und als Zinkoxyd gewogen.

Oder man trocknet ca. 50 g zerkleinerte Apfelschnitten im grollen Porzellan-tiegel 3 Stunden lang bei 125°. Die erkaltete Substanz zerreibt man und mischtsie mit einem Gemenge von 25 ccm Salpetersäure (spez. Gew. = 1.31) und 10 comkonz. Schwefelsäure. Die völlige Veraschung geschieht nun bei kaum beginnen-der Rotglut. Die Asche wird mit wenig Salpetersäure Übergossen und auf deinWasserbade eingedampft. Der in Wasser gelöste Rückstand wird filtriert, mitkohlensaurem Natron genau neutralisiert und mit Natriumacetat und Essigsäuredie alkalischen Erden, Eisen und Phosphorsäure ausgefällt. Im Filtrate kommt

1 Vergl. W. Reuß, Färben von Konserven. Berl. Ber. 1893. 26, Ref. 977. 2 E. Ungar u. G. Bodländer, Ztschr. f. Hyg. 1887. 2, 241; Erg.-Heft'Centralis, f. allg. Gesundheitspflege 1, 49; H. Bekurts, Apoth.-Ztg. 1896-11, 584. 3 Apoth.-Ztg. 1897, 88. * M. Holz, Apoth.-Ztg. 1898. 13, 6.5 Vergl. R. Frühling, Ztschr. f. öff. Chem. 1898. 4, 6. 6 Ein Verlust anZink ist nicht zu befürchten! 7 Wichtig ist die völlige Zerstörung der orga-nischen Substanz, anderenfalls mangelhafte Fällung des Zinks.