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Kurzes Lehrbuch der Nahrungsmittel-Chemie : mit 21 Abb.
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Pflanzliche Nahrungsmittel.

Zu den ersteren gehören die Samen von Agrostemma, Lolium,Melampyrum, Bhinanthus, Polygonum, Bifora radians u. s. w., 1 zu denletzteren das Mutterkorn (Seeale cornutum, das Sklerotium des PilzesClaviceps purpurea) und die verschiedenen Gattungen der Brandarten(Ustilago, Tilletia, Urocystis). Daneben sind auch die häufig vor-kommenden Samen der Leguminosen (u. a. Vicia) zu nennen.

Endlich sind noch als Verunreinigungen Sand, Mühlstaub,Schmutz und Mäusekot zu erwähnen, sowie die durch fehlerhafte Mahl-vorrichtungen in das Mehl gelangenden metallischen Beimengungen (Blei).

Als Verfälschungen des Mehles sind anzusehen:

Zusätze, welche eine Gewichts Vermehrung bewirken, mineralischeZusätze: Kreide, Gips, Schwerspat, Magnesit, Magnesiasilikat (holländ.Kunstmehl), Ton-, Infusorienerde.

Zusätze, welche die Verschleierung der schlechten Beschaffenheit einesMehles, die Aufbesserung der Farbe, bezwecken (Alaun, Kupfer- undZinksulfat, Tonerde, Salze). 2

Als Verfälschung eines Mehles ist ferner auch anzusprechen dieBeimischung von Mais- und Leguminosenmehl zu Getreidemehl, 3 wie dieBeimischung von Mehl anderer (geringwertiger) Getreidearten, als derBezeichnung des Mehles entspricht. Gries wird zuweilen mit gelbenTeerfarbstoffen gefärbt oder mit gelbem Maisgries gemischt, um ihn alswertvolleren, französischen Hartgries erscheinen zu lassen. Ztschr. f.Unters, d. Nähr. 1899. 2, 716.

Untersuchung- des Mehles.

1. Wassergehalt.

Trocknen von 510 g Mehl bei 100° C. bis zum konstantenGewicht.

2. Asche.

Verbrennen der getrockneten Substanz, anfangs über gelinder Flamm e >bei schwer veraschbarem Mehl event. unter Zusatz von salpetersauremAmmon zur ausgelaugten Kohle.

3. Nachweis von Verfälschungen mineralischer Natur.

Als Orientierungsprobe ist die sogenannte Chloroformprobe z agebrauchen: 24 g Mehl werden im Reagensglase mit etwa 30 cemChloroform geschüttelt, 40 50 Tropfen Wasser zugesetzt uml einig 6Zeit stehen gelassen. Mineralische Beimengungen fallen zu Boden.

Zur Bestimmung des in Salzsäure unlöslichen Teiles der Asche(Sand) behandelt man die Asche in der Wärme mit Salzsäure (1:1"/filtriert, verascht das Filter mit dem Rückstande und wägt.

1 Vergl. A. E. Vogl, D. wichtigsten vegetab. Nähr.- u. Genußm. z |)iPS0Substanzen dienen dazu, die Backfähigkeit der Mehle zu hohen und spielen lDden Backpulvern eine Bolle. 3 DasKastormehl", Mohl von Pferdebohne»

(Vicia Faba), findet zur Aufbesserung von Mehl Verwendung.