Druckschrift 
Kurzes Lehrbuch der Nahrungsmittel-Chemie : mit 21 Abb.
Entstehung
Seite
227
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Tierische Fette.

227

b) eine unter 46 sinkende .Todzahl des Schweinefettes auch voneinem Gehalt desselben an Kokosöl oder Palmkernöl herrühren kann.Letztere Fette werden an der hohen Verseifungszahl und Reichert-MeißIschen Zahl erkannt.

Über den Nachweis des Talges mittels der Kristall form desTalgstearins vergl. H. W. Wiley, Ztschr. anal. Chem. 1891. 30, 510;A. Goske, Chem.-Ztg. 1892. 16, 1560 und 1895. 19, 1043; P. Solt-s ien, Pharm. Ztg. 1893. 38, 634; C. A. Neufeld, Arch. f. Hyg. 1893.!7, 452; 0. Hehner, Chem.-Ztg. 1894. 18, 367; E. v. Raumer,Ztschr. angew. Chem. 1897, 210, 247.

3. Besondere Beachtung ist auch bei Schweinefett der Verwendungvon schlechten, verdorbenen Fetten zu widmen. Ranziges, verdorbenes,m it Pilzvegetationen u. s. w. durchsetztes Schweinefett ist zu beanstanden.

4. Reines Schweinefett enthält nur Spuren von Wasser, Mineral-Bestandteilen u. s. w.; größere Mengen von Wasser, mineralische Zusätzeu nd organische Füllmittel außer Fett sind als Verfälschungen zu bean-standen.

5. Über das Färben von Fetten sowie den Zusatz von Konservier-mitteln siehe S. 102.

Sonstige tierische Fette.

Rindsfett.*

B Das Rindsfett, Rinderfett, Rindstalg, findet teils als solches im^ aushalte für Kochzwecke Verwendung (Nierenfett), der größte -Teil

esselben wird aber noch besonders raffiniert; hiefür wird das Eingeweide-

® lt (Bandelfett), Herzfett, Lungenfett, Stichfett (Fett der Halsteile),^aschenfett (Fett der Genitalgegend) und Netzfett verarbeitet. Durch

^schmelzen bei 6065° C. und Abgießen von den Verunreinigungenk, 1 ;'!"! derTal g raffiniert (premier jus); dann läßt man das Fett bei ca. 30° C.

^stallisieren und preßt bei dieser Temperatur aus. Der Rückstandr eßtalg) dient zur Kerzenfabrikation und zur Herstellung künstlicher

Peisefette; das abgepreßte Fett (Oleomargarin) wird zur Herstellung derMargarine verwendet.

Ein Zusatz von Hammelstalg zum Rindsfett kann nicht sicher nach-wiesen werden.

Hammeltalg:.

w . I)as Fett von Hammeln, Schafen und Ziegen findet als Speisefettm f? Verwendung; es dient hauptsächlich zu technischen Zwecken.

Nach (1. Vereinb. f. d. Deutsche Reich.

15*