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Kurzes Lehrbuch der Nahrungsmittel-Chemie : mit 21 Abb.
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Animalische Nahrungsmittel.

die hohe Jodzahl der Öle durch den Zusatz solcher Fettbestandteile,deren Jodzahlen noch unter denen des reinen Schweinefettes bleiben,geschickt verdeckt wird (Stearin des Rinds- und des Hammeltalges).

In solchen Fällen ist oft der Nachweis einer Fälschung sehr er-schwert, namentlich dann, wenn das fette Ol (Baumwollsamenöl, Sesam-,Arachisöl) behufs Entsäuerung oder Entfärbung chemischen Reagentienoder höheren Temperaturen unterworfen wurde. Dann versagen nämlichsowohl die Bechische, wie die Welmanssche Reaktion. 1

Es ist somit unter Umständen eine normale Jodzahl und das Aus-bleiben einer Reduktion von Silberlösung oder Phosphormolybdänsäurenoch kein Beweis für die absolute Echtheit eines Schweinefettes.

In derartigen Fällen können die Prüfung auf Phytosterin nachE. Salkowsky oder A. Bömer und die Bestimmung der Jodzahl derflüssigen Fettsäuren unter Umständen Aufschluß über eine vorliegendeFälschung geben.

2. Bezüglich des Nachweises von Talg im Schweinefett istfolgendes zu bemerken:

Als unterste Grenze ist für Schweinefett nach C. A. Neufeld dieJodzahl 46 anzunehmen. Schweinefette, welche eine unter diesen Wertfallende Jodzahl besitzen, sind als mit Talg verfälscht zu erklären.Rindstalg hat die Jodzahlen 35.640.0; Rinderpresttalg geht bis zu1720 herab. Es ist hierbei jedoch zu beachten, daß

a) von Einfluß auf die Jodzahl nach C. Amthor und J. Zink 2 ,sowie Ed. Späth 3 das Alter des Schweinefettes ist, insofern als miteiner Zunahme von freien Fettsäuren eine Abnahme der Jodzahl Handin Hand geht;

' Den Reaktionen von Bechi und von Welmans zum Nachweise vonBaumwollsamenöl im Schweinefette ist kein großer Wert beizulegen. Das Ein*treten der Reaktionen ist kein sicherer Beweis für die Anwesenheit, das Ausbleibenderselben kein sicheres Zeichen für die Abwesenheit von Baumwollsamenöl. Auchreine, ranzig gewordene oder überhitzte oder hrenzliche Stoffe enthaltende Fettegeben die Reaktionen nach Bechi und Welmans. Andererseits gibt alteSjstark erhitztes Baumwollsamenöl oder Ol, durch welches längere Zeit Lull geleitetwar, die Bechische Reaktion nicht mehr. Mit der Welmansschen Reaktionsind Kottonölzusätze unter 10 lo°/o nicht mehr sicher nachzuweisen. Vergl-E. Dieterich, Helfenb. Ann. 1890, 2; .1. Möl I i rigor, Chem.-Ztg. 1892. 16, 725;P. Soltsien, Ztschr. öff. Chem. 1899. 5, 22». 806; 1900. 6, 187; Wilson.Chem. News. 59, 5.'!; F. Wallenstein u. H. Fink, Chem.-Ztg. 1894. 18, H» 9 iP. Welmans, Ztschr. öff. Chem. 1900. 6, 127. Die Halphenscho ReaktionÜbertrifft alle bisher bekannten an Empfindlichkeit; die Färbung ist wochenlangbaltbar und tritt noch bei Anwesenheit von 1 "/ Baumwollgarnen!)! sicher au*.Alter und Ranzigkeit des Fettes, Erhitzen des Öles bis zu Temperaturen, die 8«für Speisezwecke nicht unbrauchbar machen, verhindern nicht die Reaktion; durchOxydation des Öles wird die Reaktion abgeschwächt, aber nicht aufgehoben-Vergl. w Minors, Chem.-Ztg. 1899. 23, KIHI; 1'. N. Kaikow und N. Tscher-

wenivvanow. das. H>25; P. Soltsien, Ztsch. öff. Cl ....... 1899. 5, 10«. 135.'

2 Ztschr analyt. Chem. 1892. 31, 534. 3 Forsolmiigsber. 1894. 1, 344; Ztechr.anal. Chem. 1898. 35, 471.