Tierische Fette.
219
(steam lard) eingeführt, das in eisernen Kesseln unter Druck durch un-mittelbare Einwirkung von Dampf auf das Fett gewonnen wird. 1
Das „Raffinieren" des Schmalzes besteht darin, daß das ge-schmolzene Rohschmalz bei 10—15° C. zur Kristallisation aufgestelltund dann im Winter bei 7 —13, im Sommer bei 13—18° C. (wie derPremier jus bei der Herstellung des Oleomargarins) ausgepreßt wird,wobei Schmalzöl, lard oil, abfließt und lard Stearine zurückbleibt, welchletzteres mit gewöhnlichem Dampfschmalz soweit vermischt wird, daßdie Mischung eine genügende Konsistenz erhält (refined lard).
Das Schweinefett besteht, wie alle tierischen Fette (außer Butter)hauptsächlich aus den Glyzeriden der Palmitin-, Stearin- und Ölsäure( U Tripalmitin und Tristearin, 1 / i Triolein); es enthält außerdem etwa°-2—0.3 °/ 0 freie Fettsäuren.
Als Verfälschungen des Schweinefettes kommen in Betracht
1. Der Zusatz von fremden Fetten und Ölen (Preßtalg, Rinds- oder«ammeltalg; Baumwollsamenöl und -Stearin (Kottonstearin), Erdnuß-,^esam-, Palmkern-, Kokosöl u. s. w.);
2. der Zusatz von gewichtsvermehrenden fremden Stoffen außerLetten (Konserviersalze, Kochsalz u. s. w.), sowie das vereinzelt beobachteteteilweise Verseifen (mit Ätzalkalien oder Kalk) zur Bindung größererWassermengen. 2
Über die in den letzten Jahren allerdings nicht mohr in so grober Weise^sge n il lr t en Fälschungen des amerikanischen Schweinefettes siehe R. Grimshaw,f^,' 1 "'' ;lll S ew - Chem. 1889, 225; nach Journ. of the Franklin Institute 77,
191Bull.
H. W. Wiley, Schmalz u. dessen Verfälschungen. U. S. Dept. of Agric.13. Bd. 4 Tl.; Ztschr. angew. Chem. 1889, 62Ü.
Untersuchung des Schweinefettes.
A. Probeentnahme.
>>Die Entnahme der Proben geschieht nach denselben GrundsätzenWle bei der Butter".
B. Ausführung der Untersuchung'.
»Bei der Untersuchung des Schweineschmalzes sind die refrakto-^etrische Prüfung, die Bestimmung der Jodzahl und die PrüfungenPflanzenöle stets auszuführen, die übrigen Verfahren nur unter be-sonderen Umständen".
für /""'' r(,l ' ril ktometrische Prüfung kann nur zur Orientierung dienen und hatSan allein keineu ausschlaggebenden Wert; sie ist durch das Alter, den
l89tJ eS a a(i <les Schm alzes beeinflußt. Vergl. E. Späth, Ztschr. analyt. Chem.
v 6rs hl Je " ach der Art der Gewinnung und der Art des Fettes werden in AmerikaDen* en * Schmalzsorten unterschieden. Siehe hierüber: H. W. Wiley, U. S.pijj , oi Agricult. Bull. 18. Bd. 4. Teil: Ztschr. angew. Chem. 1889, 621. —
* '«Sehe--*- ■">«« « »■».... ____ 1 rn. --- iaO.fi H7Q _ 2 A KUno-er
""= uaen aer Art aer wewinnung unu aer an u«w » =.«= .......-......~-----......
ledone Schmalzsorten unterschieden. Siehe hierüber: H. W. Wiley, U. S.
^Pt. ■ <* ' __-_.. /IT____ tOOA DOI
Bujard, Ztschr. angew! Chem. 1892, 69.
u. i ch ® rzt g- 1896. Nr. 7; Ztschr. angew. Chem. 1896, 579. — 2 A. Klinger