Druckschrift 
Kurzes Lehrbuch der Nahrungsmittel-Chemie : mit 21 Abb.
Entstehung
Seite
37
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Übergang der Nahrungsstoffe in das Blut.

und metallischglänzend erscheint. Er ist in Alkohol und Wasser nichtlöslich; in Säuren löst er sich mit brauner Farbe, die Lösung in Alkalienist dichroitisch (grün und rot). Wenn man eingetrocknetes Blut mitstarker Essigsäure bei Gegenwart von etwas Kochsalz erhitzt, so erhältman beim Abkühlen die charakteristischen rhombischen (Teichmann-schen) Härninkristalle von salzsaurem Hämatin.

Das farblose Stroma ist eine Art Protoplasma; es enthält durchKohlensäure fällbares Globulin, geringe Mengen in Äther löslicher Sub-stanzen (Fette, Seifen, Cholesterin, Lecithin und dessen Zersetzungspro-dukte), Salze (Kali- und Phosphorsäureverbindungen, wenig Chloride, fastkein Natron), Wasser und Gase (wenig Kohlensäure [gebunden] undStickstoff, vorwiegend Sauerstoff).

Die farblosen Blutkörperchen (Leukocyten) sind kugelige, kern-haltige Zellen mit granulösem Inhalt von 0.0070.011 mm Durchmesser;sie besitzen keine Membran; sie sind kontraktil und nehmen, wenn beiihrer Beobachtung die Körperwärme hergestellt wird, lebhafte Bewegungan, dabei ihre Gestalt amöbenartig stets verändernd. Die Zahl derselbenschwankt sehr; im Mittel kommt auf 350500 rote Körperchen einfarbloses. Ihrem Ursprünge nach sind sie Chylus- bezw. Lymphkörper-chen, welche allmählich in rote Blutkörperchen übergehen.

Befähigt durch die Kapillargefäße hindurch in die Gewebe z.uwandern, vermitteln sie den Transport ungelöster Substanzen (Fett, Pig-mente), entfernen auch fremde Körper (Bakterien); die Eiterkörperchensind ausgewanderte weiße Blutzellen.

Die chemischen Bestandteile der farblosen Blutkörper sind nebenWasser hauptsächlich Eiweißstoffe (Nukleine, Nukleoalbumine), fernerLecithin, Cholesterin und Salze in geringer Menge.

Außer den roten und weißen Blutkörperchen finden sich im Wüte nochandere geformte Bestandteile, die sug. Blutplättchen "der II ämatoblasten,farblose, lichtbrechende, runde Scheibchen mit 23 mal geringerem Durchmesserals die roten Blutkörper. Nach A. Kossei und L. Lilienfeld sind diesDerivate des Zellkerns, aus einer chemischen Verbindung zwischen Eiweiß undNuklein bestehend.

Das Blutplasma enthält das Fibrinogen (siehe oben) und die Be-standteile des Blutserums.

Im Blutserum finden sich:

1. 810% Eiweißkörper, unter denen 3-4 °/ 0 Serumalbuminund 24 °/ 0 Serumglobulin;

2. Fette, Fettsäuren, Cholesterin, Lecithin (0.10.2 °/ 0 );

3. Traubenzucker, naoh J. Seegen 0.140.15°/ 0 ;

4. sog. Extraktivstoffe: Kreatin, Kreatinin, Sarkin, Harnstoff,Harnsäure;

5. Salze, besonders Kochsalz und kohlensaures Natrium;

6. Wasser;

7. Gase: Sauerstoff, Kohlensäure und Stickstoff._____________^^_

1 Pflügers Arch. f. Physiol. 1886, 348.