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Anstatt das beobachtete Volumen durch Rechnung auf denNormalzustand zu reduzieren, kann dies nach Lunge auf mecha-nischem Wege durch Kompression geschehen. (Vgl. S. 292).
Das Auffangen und Aufbewahren von Gasproben.
Da alle Gase sehr rasch ineinander diffundieren, auch wenn siedurch poröse feste Körper oder selbst Flüssigkeiten getrennt sind, soist es einleuchtend, daß das Auffangen und Aufbewahren von Gas-proben mit besonderen Schwierigkeiten verbunden ist. Sperrt man einGas in einer Glasglocke über Wasser von der äußeren Luft ab undanalysiert von Zeit zu Zeit eine Probe desselben, so wird man vonTag zu Tag verschiedene Resultate finden, weil die Luft allmählichdurch das Wasser in die Glocke hinein- und das Gas aus derGlocke hinausdiffundiert. Dieser Prozeß wird so lange unterhalten,bis die Zusammensetzung des inneren und äußeren Gases dieselbeist. Die Schnelligkeit der Diffusion hängt ab von der Absorptions-fähigkeit der Flüssigkeit den Gasen gegenüber. Diejenigen Flüssig-keiten, welche eine große Absorptionsfähigkeit für die Gase besitzen,lassen die Gase rasch hindurch und eignen sich deshalb nicht alsSperrflüssigkeit. Die beste Sperrflüssigkeit ist das Quecksilber, dennes absorbiert nur minimale Mengen der verschiedenen Gase.
Gase, die sich mit Quecksilber chemisch verbinden, wie Chlor,Bromdampf, Schwefelwasserstoff' u. a. dürfen selbstverständlich nichtüber Quecksilber abgesperrt werden; man fängt sie in trockenen Glas-röhren auf und schmilzt sie, falls die Untersuchung nicht an Ort undStolle stattfinden soll, ein. Durch Glas findet keine Diffusion statt;daher kann man Gasprobon jahrelang ohne Veränderung in zuge-schmolzenen Glasgefäßen aufbewahren.
Soll das Gas wenige Tage nach dem Fassen untersucht werdon,so kann man dasselbe unbesorgt in pipettenförmigen Röhren, derenEnden mit dicken Kautschukschläuchon mit eingeschobenen, abge-rundeten Glasstäben verschlossen und mit Drahtligaturen versehensind, auffangen und aufbewahren. Ganz unstatthaft aber ist es, Gaselängere Zeit in Röhren mit Kautschukverschlüssen aufzubewahren,weil sie durch Gummi, besonders wenn dieses hart geworden ist, ingeringem Maße diffundieren.
Für weniger genaue Analysen kann man oft Wasser als Sperr-flüssigkeit verwenden, es muß aber vorher mit dem zu untersuchendenGase gesättigt und die Analyse sofort nach dem Auffangen ausgeführtwerden.
Aus dem Gesagten ist ersichtlich, daß man beim Auffangen undAufbewahren der Gasproben mit der größten Vorsicht zu Werkegelien muß. Wir wollen nun die häufigsten, in der Praxis vor-kommenden Fälle kurz besprechen.
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