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Schwefeldioxyds zu Schwefel 1 ) reduziert:
SO, + 4 HJ = 2 J 2 + 2 H,0 + S.
Läßt man die schweflige Säure (verdünnt oder konzentriert)unter beständigem Umrühren zu der Jodlösung fließen, so findet voll-ständige Oxydation des SO., statt:
2 SO, -f 2 J 2 -f- 4 HgO = 4 HJ -f 2 H,S0 4 .
Läßt man dagegen die Jodlösung zu der schwefligen Säurefließen, so spielen sich beide Vorgänge ab:
3 S0 2 -f- 4 HJ -f 2 H 2 0 = 2 H 2 S0 4 -j- 4 HJ 2 ) -f S.
Aber auch diese Erklärung Volhards ist nach Raschig 3 )ebensowenig stichhaltig wie die Bunsens, denn es findet bei derEinwirkung von Jod auf Schwefeldioxyd in verdünnter Lösungniemals Ausscheidung von Schwefel statt. R a s c h i g führt vielmehrdie beim Zufließenlassen von Jodlösung zu schwefliger Säure ent-stehenden Unregelmäßigkeiten auf einen Verlust an SO., durch Ver-dunstung zurück.
Richtige Resultate erhält man immer, wenn mandie schweflige Säure, unter beständigem Umrühren,zu der Jodlösung bis zur Entfärbung fließen läßt.
Bei der Analyse von Sulfiten läßt man die Sulfit-lösung zu einer mit Salzsäure angesäuerten Jodlösungfließ en.
17. Bestimmung- des Formaidehyds (Formalin) nach G. Romijn. 4 )
1000 cem Yi n - Jodlösung:
COH,
30-016
15-008 g
Prinzip: Formaldehyd wird durch Jod in alkalischer Lösung,nach kurzem Stehen, quantitativ zu Ameisensäure oxydiert:
COH 2 -f H,0 -f J 2 = 2 HJ -f- C0 2 H 2
Formaldehyd Ameisensäure
Ausführung. Die wässerige Lösung des Formaldehyds kommtim Handel als Formalin, mit einem Gehalte von ca. 40°/ 0 Formal-dehyd, vor. Zur Analyse verdünnt man 10 cem des Formalins auf400 cem und verwendet von dieser ca. l°/ 0 igen Lösung 5 cem
J ) Setzt man Jodlösimg-langsam zu einer nicht zu. verdünnten S0 2Lösung, so tritt sehr bald eine deutliche Schvvofelausscheidung auf.
2 ) Der HJ wirkt nach Volhard hier kataly tisch.
3 ) Zeitschr. f. angew. Ch. (1904), S. 580.*) Zeitschr. f. anal. Ch. 36 (1897), S. 19.