^1
— 519 —
und stellt durch Auflegen von Gewichten Gleichgewicht her. DieGewichtszunahme mit 3 multipliziert, gibt die Mengedes Ozons an.
Zur titrimetrischen Bestimmung der abgewogenen Menge Ozonverfährt man nun wie folgt. Man verbindet die Kugel, wie inFig. 87, mittels eines Schlauches mit dem Glasreservoir N, fülltdieses mit doppelt normaler Kaliumjodidlösung, läßt die eingesackteLuft durch den Dreiweghahn b entweichen, preßt durch Hochhebenvon. N und passende Drehung von b etwa 20—30 cem der Lösungin die Kugel K, schließt sofort den Hahn b und entfernt dasBohr R samt Schlauch. Beim Eindringen der Lösung bräunt sie sichsofort und der Baum oberhalb der Flüssigkeit füllt sich mit weißemNebel, bestehend aus J.,0- an. Man schüttelt kräftig und läßt1 L Stunde stehen, nacli welcher Zeit die Nebel verschwunden sindund die Absorption des Ozons fertig ist.
Es folgt nun die Titration des ausgeschiedenen Jods. Zu(iiesein Zwecke stellt man einen Erlenmeyerkolben unter das Aus-flußrohr des Hahnes b, öffnet diesen und hierauf den oberen Hahn a.Ist die Flüssigkeit abgeflossen, so spült man die Kugel zuerst durchEingießen von Jodkaliumlösung bei a, *) dann mit Wasser. DenInhalt des Erlenmeyerkolbens säuert man hierauf mit verdünnterSchwefelsäure an 2 ) und titriert das ausgeschiedene Jod mit 1 / 10 n.Natriumthiosulfatlösung.
Beispiel: Der Inhalt beider Kugeln war 385-3 cem und dieGewichtszunahme der einen Kugel nach Füllung mit ozonisiertemSauerstoff, betrug 0-0040 g (bei 19-9° C und 726-0 mm Druck) folg-lich befanden sich in dieser Kugel 3 . 0-0040 = 0-0120 g Ozon.Diese Ozonmenge setzte aus Jodkalium eine Monge Jod frei, ent-sprechend 4-87 cem Vjq n. Natriumthiosulfatlösung.
Da nun 1 cem l / 10 n. Natriumthiosulfatlösung 0-0024 g Ozonentspricht, so entsprechen die verbrauchten 4-87 cem Thiosulfatlösung:4-87.0-0024 £ = 0-0117 g Ozon, statt 0-0120 g durch Wägunggefundenen. Wieviel Prozent des vorhandenen Sauerstoffes ist inOzon verwandelt worden?
Die Kugel faßte bei 0° und 760 mm Druck V 0 cem Kauerstoff:
385-3 . 726 . 273"" 760 . 292-9
343-1 cem
r ) Zum Eingießen der KJ-Lösung- setzt man auf das obere Ende derKugel ein kurzes Eohr mit Tellerschiff und verbindet dieses mittels einesGummischlauches mit einem kleinen Trichter.
2 ) Ladenburg und Quasig empfehlen eine genau dem vorhan-denen Jodkalium äquivalente Schwefelsäuremenge zuzusetzen, keinen Über-schuß an Säure. Wir erhielten stets dieselben Resultate, einerlei* ob wir genaudie berechnete Menge der Schwefelsäure oder einen großen Überschuß der-selben zusetzten.