Druckschrift 
2 (1907) Quantitative Analyse
Entstehung
Seite
408
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

408

der Bürette, die Striche nur auf einen relativ geringen Umfang desRohres zu führen. Da hiedurch aber die Einstellung und Ablesungsehr unsicher werden, so hat man sich bemüht, die parallak-tischon Fehler durch besondere Hilfsmittel zu vermeiden oderdoch zu verringern. Namentlich sind Schwimmer 1 ) und der von

Schellbach angegebene far-bige Streifen beliebt. 2 ) In bezugauf orstere ist aber von Kreit-ling 3 ) nachgewiesen und inbezug auf letztere Vorrichtungergibt sich aus theoretischenErwägungen wie auch aus

Fig. 74.

Fig. 75.

Versuchen, daß sie ihren Zweck nicht erfüllen. Mehr leistetschon die von Gockel 4 ) verbesserte B e r g m a n n sehe Blendeund am sichersten ist die von der kaiserl. Normaleichungskom-mission vorgeschriebene Art der Teilung, bei der die Striche aufmindestens die Hälfte des Rohrumfanges zu ziehen sind. Bringt manbei der Einstellung den auf der Rückwand des Rohres erscheinendenTeil der Marke mit dem auf der Vorderwand zu sehenden zur

') Fig. 75 a stellt einen B euttel sehen, o einen Key sehen Schwimmerdar. Kings um die Kugel a ist ein Kreis eingeätzt, der bei richtiger Stellungdes beobachtenden Anges als Linie erscheint. Die Flüssigkeit ist auf Nulleingestellt, wenn die Projektionslinse des Schwimmerkreises mit dem Null-striche der Bürette genau zusammenfällt. Bei dunklen Flüssigkeiten ist esschwer, den Kreis am Schwimmer zu erkennen, daher hat Key einen Doppel-kugelschwimmer konstruiert, bei welchem die obere Kugel (in der Figur istdie obere Kugel zu klein gezeichnet) mit dem Kreise versehen ist. DieseSchwimmer sind so beschwert, daß die obere Kugel aus der Flüssigkeit ragt,wodurch die Ablesung noch leichter ist als bei dem Beutt eischen Schwimmer.

2 ) Schellbach sucht den Parallaxenfehler dadurch zu vermeiden, daßer die hintere Bürettenwand mit einem dunklen Streifen auf Milchglashinter-grund versieht wie in Fig. 76 ersichtlich. Bei richtiger Augenstelltmg er-scheint der dunkle Streifen wie in Fig. 76, b zu sehen ist. Steht das Augezu tief, beziehungsweise zu hoch, so erscheint der Streifen wie in a beziehungs-weise in c angegeben.

3 ) Zeitschr. f. angew. Ch. 1900, S. 829, 990; ferner Zeitschr. f. angew.Ch. 1902, S. 4.

*) Ch. Ztg. 1901, S. 1084. Zeitschr. f. angew. Ch. 1898, S. 850.