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Löst sich der Niederschlag in NH 3 nicht oder nichtvollständig, so konstatiere man zuerst die Gegenwart oderAbwesenheit von HJ durch Chlorwasser und Schwefel-kohlenstoff (vgl. pag. 72). Tritt Violettfärbung ein, sofüge man tropfenweise Chlorwasser hinzu, bis entwederEntfärbung eintritt (Abwesenheit von HBr) oder die bis-her durch die Jodfärbung verdeckte gelbe Farbe der Lö-sung von Brom in CS 2 zum Vorschein kommt. (Vgl.pag. 71.) — Die Prüfung auf HCN ist wie oben vorzu-nehmen. — Ebenso gilt für den Nachweis von HCl dasoben Gesagte, wenn neben HJ noch HBr oder HCN zu-gegen. Sind diese abwesend, so kann HCl neben HJdurch die Löslichkeit des Silberniederschlages in NHnachgewiesen werden.
Es ist noch zu erinnern, daß Chlor-, Brom-, Jod-und Cyansilber in unterschwefügs. Alkalien löslich sind;man entferne deshalb bei Gegenwart von unterschwefügs.Salzen die unterschwellige Säure mit HNO 3 . Ueber dieErkennung von Quecksilbercyanid, in dem AgNO 3 keinenNiederschlag hervorbringt, vgl. pag. 115, resp. 75.
Eine Methode zum Nachweise von Bromwasser-stoff, selbst in Spuren, gibt Tcilio Guareschi. Erbenutzt hiezu das von Schiff zum Nachweise von Alde-hyden empfohlene Reagens, eine durch schweflige Säureentfärbte Fuchsinlösung').
Zum Nachweise von Bromid in Alkalichlorid oder
1)0,5 g reinstes Diamantfuclisin werden in %\destilliertem Wasser unter schwachem Erwärmen gelöst, die Lo-sung nitriert und mit einer Lösung von 3,9 g schwefliger Säure(SO 2 ) in i/ 2 1 Wasser gemischt; der Gehalt der Lösung an schwef-liger Säure ist jodometrisch festzuhalten. - Oder man löst einer-seits 1 g Diamantfuchsin in 800 cc Wasser, andrerseits 10 g Na-triumbisuliit in 100 cc Wasser, mischt beideLösungen, versetzt mit15 g 25proz. Salzsäure und verdünnt auf 1 Liter.