Druckschrift 
Kurze Anleitung zur qualitativen Analyse
Entstehung
Seite
160
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

160

VI. PRÜFUNG AUF SAUREN.

Der Prüfung auf Säuren hat außer derVorprüfung (vgl. pag. 89 ff. und 106 ff.) immer diePrüfung auf die Basen vorauszugehen. Jenach den vorhandenen Basen, wie auch nach den Resultatender Vorprüfung wird die Zahl der überhaupt in Fragekommenden Säuren größer oder kleiner sein. In Lö-sungen z. B., die Silber enthalten, wird man nicht aufChlorwasserstoff prüfen; ist Baryum in einer Lösung, sowird Schwefelsäure jedenfalls fehlen etc. In neutralenFlüssigkeiten werden bei Gegenwart schwerer Metallenur sehr wenige Säuren zu berücksichtigen sein, da dieSalze der schweren Metalle in Wasser zum großen Teileunlöslich sind. Reagieren die Lösungen sauer, so istnatürlich auch auf alle diejenigen Säuren Rücksicht zunehmen, die mit den vorhandenen Basen säurelöslicheSalze bilden. (Die Löslichkeitsverhältnisse sind bei denSäuren besprochen.)

Sind schwere Metalle vorhanden, so müssen siehäufig entfernt werden, ehe man zur Prüfung auf Säurenschreiten kann. Wenn möglich, geschieht dies durchZusatz von kohlens. Natrium im Ueberschuß, wo-durch die Metalle als Carbonate oder Oxyde gefälltwerden., Die abfiltrierte Lösung neutralisiert man nunwieder, und zwar den einen größeren Teil mit HNO 3 , denkleineren (zur Prüfung auf HNO 3 ) mit Essigsäure. Es istgut, dabei kurz aufzukochen, um die Kohlensäure voll-