Druckschrift 
Kurze Anleitung zur qualitativen Analyse
Entstehung
Seite
115
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

115

(B1 e i c a r b o n a t ist in Natriurncarbonat etwas löslich,kann aus dieser Lösung durch Kohlensäure gefällt werden.)

Chlorsilber etc. liefert beim Schmelzen mit Al-kalicarbonat neben Alkalichlorid metallisches Silber:4AgCl + 2NaKC0 3 = 2NaCl + 2KC1 + 4Ag + 2C0 2 + O 2 .

Zinnoxyd (Z i n n s t e i n) wird durch Schmelzenmit kohlens. Alkali in zinns. Alkali übergeführt, dasdann in Wasser und Salzsäure löslich ist:

SnO 2 + K 2 CO :! = K*Sn0 8 + CO 2K 2 Sn0 8 + 6HC1 = SnCl 4 + 2KC1 + 3H 2 0.

Man schmelze, bis keine Kohlensäure mehr entweicht.

Da Zinnoxyd durch Na 2 C0 3 nur sehr schwer ange-griffen wird, schmilzt man es besser im Silbertiegelmit Aetznatron oder Aetzkali und behandelt dieSchmelze, wie oben angeführt 1 ).

Manche Körper werden von Lösungen der kohlens.Alkalien nicht verändert, lassen sich aber leicht durchKochen mit ätzenden Alkalien aufschließen,z. B. Quecksilbe r- und Silberverbindungen.Es entsteht das betreffende Oxyd, während die Säure alsAlkalisalz in Lösung geht; das Oxyd wird nach dem Aus-waschen in Salpetersäure gelöst:

2HgCl + 2NaOH = Hg 2 0 + 2NaCl + H 2 0.

Bei Quecksilberverbindungen wende man hiezu kalteverdünnte Salpetersäure an, um Oxydation des Oxydulszu Oxydsalz zu vermeiden. (HgJ 2 , das sich in dem kohlens.Alkali, bez. dem entstandenen Alkalijodid, wieder teilweiselösen würde, bringe man mit Königswasser in Lösung.)f) Fluorverbindungen, z.B. Flußspath,

1) Oder man schmilzt es im Porzellantiegel mit 3 T. kohlens.Natrium und 3 T. Schwefel und laugt nach dem Erkalten dieSchmelze mil Wasser aus. Die gelbe Lösung enthält das Zinnals Sulfostannat: Na 2 SnS 3 ; der unlösliche Rückstand, Sulfideenthaltend, ist nach 3 (pag. 118) weiterzuprüfen.