Druckschrift 
Kurze Anleitung zur qualitativen Analyse
Entstehung
Seite
75
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

75

Uhrglas mit der Lösung (resp. die Lösung) auf dem Wasser-bade, so entsteht (unter Ausbildung des Anions CNS')Rhodanammonium:

HCN + NfP + (NH 4 ) 2 S 2 = NIKONS + (NH 4 ) 2 S,welches nach vollständigem Verdunsten der Flüssigkeit zu-rückbleibt. Dasselbe wird in einigen Tropfen Wasser ge-jöst und mit etwas Salzsäure (um (NH 4 ) S S zu zerstören)und Eisenchlorid vermischt, worauf blutrote Färbung vonEisenrhodanid eintritt:

3HCNS + FeCl 3 = Fe(CNS) 3 + 8HC1.

f) Im G 1 ü h r ö li r c h e n werden die Cyanide derschweren Metalle zerlegt; die Cyanide der edlen Metallezerfallen in Metall und Cyangas, andere in Metall, Kohlen-stoff und Stickstoff. Cyansilber und besondersQ n e c k s i 1 b e r c y a n i d, in welcher nicht dissoziiertenVerbindung das Cyan sich durch die gewöhnlichen Ueagen-tien nicht nachweisen läßt, kann man auf diese Weiseerkennen 1 ). Hg(CN) 2 läßt sich auch in wäßriger Lösungmit Schwefelwasserstoff in Schwefelquecksilber und Cyan-wasserstoff zerlegen. Mischt man Hg(CN) 2 mit der glei-chen Menge Jod und erhitzt in Glühröhrchen, so liefertes ein gelbes, nachher rot werdendes Sublimat vonQuecksilber Jodid, darüber ein farbloses, aus feinenNadeln bestehendes Sublimat von Jodcyan:Hg(CN) 2 + 2J 2 = HgJ 2 + 2JCN.

5. Ferrocyanwasserstoffsäure.

a) Die F e r r o c y a n m e t a 11 e (F e r r o c y a n i d e,die Salze der F e r r o c y a n w a s s e r s t o f f s ä u r eH 4 (FeC 0 N°), bezw. die Verbindungen des komplexen AnionsFeC 6 N""") sind mit Ausnahme der Verbindungen der

1) Aus dem Quecksilber Cyanid wird durch Silber-a c e t a t Cyansilber gefallt, dagegen nicht durch S i 1 b e r n i t r a t.