Druckschrift 
Kurze Anleitung zur qualitativen Analyse
Entstehung
Seite
6
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Chlorions durch Silberion Gleichgewichtsstörungenein, die sich immer wieder im Sinne des oberen Pfeilesder Gleichung

HgCl 2 *=± Hg" + Cl' + Cl'ausgleichen müssen, bis praktisch das ganze Chlordurch Silber gefällt ist.

Indem von Betrachtung ähnlicher Fälle (z. B. beiFällung von Sulfiden durch Schwefelwasser-stoff) hier abgesehen werden soll, sei einer anderen An-wendung des Massenwirkungsgesetzes ge-dacht.

Bei der Fällung von Silber durch Chlor odervon Chlor durch Silber benutzen wir die Unlöslich-keit des Chlorsilbers. Nun ist aber kein Salzvöllig unlöslich und auch bei Chlorsilberfällung bleibtdie über dem Niederschlage stehende Lösung mit Chlor-silber gesättigt: sie enthält etwas Chlorsilber nebenChlor- und Silberion. weil das gelöste Chlorsilber teil-weise dissoziiert ist:

AgCl = Ag- + Cl'.

Auch hier gilt die Gleichung k.

Vermehren wir nun die Konzentration der Silberionenin der über dem Niederschlage stehenden Lösung durchZufügung von Silbernitratlösung, vergrößern wir b, so

a

vergrößern wir auch, da

b .

konstant bleibt, auch a,

d. h. wir machen, da AgCl nur sehr wenig löslich ist,die Fällung zu einer vollständigeren.

Man kann also die Löslichkeit eines Salzesvermindern dadurch, daß man die Konzentrationeines der Ionen des Salzes in der Lösung erhöht, d. h.einen Ueberschuß des Fällunffsmittels anwendet. Dasselbe