sind wir im Stande aus HgCl 2 -Lösungen das gesamteChlor durch Silbernitrat auszufällen. Wie ist dasmöglich ?
Drücken wir die elektrolytische Dissoziation einesSalzes — es sei der Einfachheit halber Chlor kaliumgewählt — durch die Gleichung ausKCl ** K- + Cl'(wobei das Zeichen des Doppelpfeiles bezeichnen soll, daßder Vorgang ein umkehrbarer ist, d. h. im Sinne beiderPfeile verlaufen kann), so gilt für diese Umsetzung dasGesetz der chemischen Massen wirk ung
konstant oder
= k.
b . c b . c
In unserem Falle bedeutet a die Anzahl unzersetzterKCl-Mo 1 e k u le, b die Anzahl der Kaliumkatio-nen und c die Anzahl der Ch loranionen. Das Ge-setz besagt nun, daß für jede Temperatur das Verhältnisdes nicht dissoziierten Anteiles (a) zum dissoziierten Anteile(b . c) konstant ist; wir haben immer einen bestimmtenGle icb gewicht s zus t an d. Bringen wir nun Silber-nitratlösung zur Chlorkaliumlösung, so fällt, indemsich je ein S i 1 b e r i o n mit einem C h 1 o r i o n vereinigt,Chlorsilber unlöslich aus. Es wird so jeweils obiger
b . c
der Massenwirkungsgleichung - = k entsprechende
Gleichgewichtszustand gestört und wird sich nur dadurchwiederherstellen können, daß neue Chlor- (und Kalium-)ionen vom Chlorkalium abdissoziieren. Dies geht dannbei neuem Silbernitratzusatz so lange immer wieder vorsich, bis praktisch alles Chlorkalium dissoziiert und allesChlor als Chlorsilber gefällt ist.
Analog verläuft die Umsetzung beim Quecksilber-chlorid : es treten bei Ausfällung des abdissoziierten