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Ueber die Umsetzungen der Salze.
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Glatt verlaufende Umsetzungen zweier Salze, oder eines Salzes miteiner Säure oder mit einer Base, werden in erster Linie durch diestarke Affinität der verschiedenen Componenten dieser Substanzenbedingt. Mischt man beispielsweise die wässrige Lösung genau äqui-valenter Mengen von Kaliumfluorid und braunem Eisenchlorid, dannerfolgt glatte Umsetzung zu Ferrifluorid und Chlorkalium: Fe a CL -f-KF1 = Fe s Fl 6 + KCl; man erkennt das nicht nur an der Farblosigkeitder resultirenden Lösung, sondern auch daran, dass sie keine der äusserstempfindlichen Eisenchloridreactionen (z. B. Rothfärbung mit Rhodan-kalium) mehr gibt.
Glatte Zersetzungen erfolgen besonders auch dann, wenn diephysikalischen Eigenschaften eines Productes (z. B. dessenUnlöslichkeit, die indessen auch wiederum mindestens theilweisedurch die Affinität seiner Bestandtheile bedingt wird) die Ausscheidungdesselben aus der Reactionsmischung veranlassen. Vermischt man dieconcentrirten oder verdünnten Lösungen äquivalenter Mengen von Ka-liumsulfat und Chlorbaryum, dann findet die vollständige Fällung desBaryums als ganz unlösliches Baryumsulfat statt: S0 4 K 2 -f- BaCL, =S0 4 ßa + 2KC1. .
Sehr häufig hängt der mehr oder weniger vollständige Reactions-verlauf von den physikalischen BedingungendesVersuchs (Druck,Temperatur), von der grösseren oder geringeren Wasser menge, die
zugegen ist u. s. w.,
ab.
CJU lOL U. O. V*., O.U.
Mischt man äquivalente Mengen von gepulvertem Natriumnitrat undconcentrirter Schwefelsäure und erhitzt sie, dann destilhrt Salpetersäureüber (S. 73) u. Natriumsulfat bleibt im Rückstand: S0 4 H a + 2N0 8 Na= S0 4 N a: , + 2N0 3 H; für den vollständigen Umsatz ist hier dieVerflüchtigung der Salpetersäure entscheidend.
Lässt man dagegen gleiche Aequivalente (in Grammen) IS atron-hydrat, Salpetersäurehydrat und Schwefelsäurehydrat in wässriger Lö-sung auf einander reagiren, dann befinden sich in dieser Lösung neben-einander in bestimmter Menge Natriumnitrat, Natnumbisulfat, Hydrateder Schwefelsäure und Hydrate der Salpetersäure; zu demselben End-zustand gelangt man auch, wenn man von 1 Aequivalent (in Grammen)Natriumnitrat und 1 Aeq. Schwefelsäure [wobei 288 kleine cal. ent-bunden werden], oder von 1 Aeq. Natriumsulfat und 1 Aeq. balpeter-säure [wobei eine Wärmeabsorption von 1752 cal. im Calonmeter zubeobachten ist] ausgeht. Die genaue Kenntniss der „Wärmetönungenaller Vorgänge, die in einer solchen Lösung eintreten können, führtauf Grund obiger Daten zu dem Resultat, dass »/1 des Patrons sichmit der Salpetersäure, und Vi sich mit der Schwefelsäure verbinden.
Mischt man Natriumnitrat mit einer äquivalenten Menge Chlorka-lium, beide in der erforderlichen Menge heissen Wassers gelöst, dannerfolgt Umsetzung nach der Gleichung: N0 3 Na + KCl = N0 3 K + NaCl;das Chlornatrium scheidet sich fast ganz aus und aus der Mutterlaugekann man reinen Kalisalpeter gewinnen (S. 472). Bringt man aber diebeiden Salze in verdünnter Lösung zusammen, dann sind in der letz-teren nach Berthollet alle 4 Salze vorhanden, die nach der Gleichungbei der wechselseitigen Umsetzung in Betracht kommen können.
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