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Rubidium.
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Die Umsetzung von Silbernitrat mit Chlorkalium: N0 3 Ag -f- KCl== N0 3 K -j- AgCl, ist dagegen unter allen Umständen vollständig, weildas Chlorsilber sich stets als ganz unlöslicher Körper ausscheidet.
Eino Erklärung für den Gleichgewichtszustand von in Lösung auf einandereinwirkenden Salzen bietet die Theorie von Guldberg und Waage, wonach dieKräfte je zweier einander entgegenwirkender Processo einander gerade gleich sein müssen.Die Kraft, mit welcher ein Process sich geltend zu machen sucht, ist proportional dengerade vorhandenen Mengen derjenigen Stoffe, deren Anwesenheit für sein Eintreten er-forderlich ist, und ausserdem einer gewissen, nur von der Natur des Processes abhän-gigen Constanten. Aus diesen Grössen lässt sich stets eine bestimmte Gleichung fürdas Gleichgewicht aufstellen.
67. Rubidium.
Rb = 85-4.
Gelegentlich ihrer spectralanalytischen Untersuchungen entdecktenBimsen und Kirchhoff 1860 im Lepidolith von Rozena in Mährendas Rubidium (rubidus = dunkelroth), dessen Anwesenheit in jenemKaliumaluminiumsilicat, obwohl dasselbe nur 024 Proc. Rubidium ent-hält, sich bei dessen Verarbeitung durch zwei prachtvolle violette undzwei im äussersten Roth liegende Linien verräth (vgl. d. Spectraltafel).
Das Rubidium ist als Begleiter des Kaliums sehr verbreitet, obwohles stets nur in geringen Mengen auftritt. Eine ziemlich ergiebigeQuelle für Rubidiumpräparate ist neuerdings der rubidiumhaltige Stass-furter Carnallit geworden. Eine ganz scharfe Trennungsmethode desRubidiums von dem überaus ähnlichen Kalium gibt es nicht; weil Ru-bidiumplatinchlorid PtCl 4 .2 RbCl noch schwerer löslich in Wasserist, als das Kaliumplatinchlorid PtCl 4 .2KCl, lässt sich dieses letzteredurch Auskochen mit Wasser entfernen.
Das Rubidium selbst kann durch Destillation seines verkohltenweinsauren Salzes aus einer eisernen Retorte isolirt werden, ganz so wieKalium. Leichter erhält man es durch Glühen seines Oxydhvdrats mitAluminium (4RbOH + Al 2 = Rb 2 O.Al 2 0 3 -f Rb 2 + 2H a ); oder durchGlühen von Rubidiumhydroxyd mit Magnesium (2RbOH -j- 2 Mg = 2 MgO-j-2Rb-f-H 2 ) in einem nahtlosen Eisenrohr, dessen abgebogenes Endein Paraflinöl eintaucht Rubidium ist silberweiss und selbst bei starkerKälte noch sehr weich*, sein spec. Gew. ist 1"52; es schmilzt bei 38'5°;sein Dampf erscheint blaugrün. An der Luft oder in trockenem Sauer-stoff oxydirt es sich unverzüglich, im letzteren zu Rubidiumdioxyd Rb0 2 .Auf Wasser geworfen, verbrennt es sofort mit violetter Flamme.
Rubidiumoxvdhydrat, RbOH, gleicht dem Aetzkali. Rubi-diumchlorid, RbCl, glasglanzeD.de Würfel, leichter in Wärme löslich,schmelzbarer und flüchtiger als Chlorkalium. Rubidiumjodid, RbJ,vereinigt sich mit Br 2 zu RbBr 2 ,J. Auch RbBr 3 , RbCl 4 J und ähnlicheHalogenverbindungen sind bekannt. Rubidiumalaun, SCvRb. -{-(S0 4 ) 3 A1 2 -j-2411)0, ist etwa sechsmal schwerer in Wasser löslich als Kali-alaun, und daher gleichfalls zur Trennung der beiden Alkalimetalle geeignet.