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Chemische Verwandtschaft.
Schwefelsäure in Freiheit setzen (S. 21), scheiden sie auch Metalleaus ihren Lösungen ab. So wird durch Zink flockiges Zinn aus Zinn-chloridlösung gefällt, indem Zinkchlorid in Lösung geht (S. 279); einin verdünnter Bleiacetatlösung eingestellter Zinkstreifen gibt einen„Bleibaum" (S. 280); die Ausfällung des Kupfers durch Eisen benutztman für die Gewinnung des ersteren Metalls (S. 350); ein in eineQuecksilberlösung eingetauchtes Kupferblech überzieht sich sofort miteiner Schicht von Quecksilber (Reaction auf letzteres), u. s. f. Derarthat man für die wichtigeren Schwermetalle, in Ergänzung der ReiheS. 122, nachstehende Reihenfolge, in welcher jedes Metall durch dasihm folgende elektropositivere aus seinen Salzen (d. h. Verbindungenmit elektronegativcn Atomen oder Atomgruppen) verdrängt wird:
—.....Au, Pt, Ag, Hg, Cu, Pb, Sn, Fe, Zn.....-j— Uebrigens kommt
auch dem Wasserstoffe selbst ein Platz in dieser Reihe zu, denn es ist
nachgewiesen worden,
dass er unter starkem Drucke einige Edelmetalle
wie Silber und Gold, aus ihren Lösungen ausfällen kann; woraus sichdie vollständige Analogie der Säurehydrate mit den Salzen ergibt (überdie metallische Natur des Wasserstoffs vgl. S. 407).
Für die Gewinnung des Silbers entzieht man dasselbe seinen Ver-bindungen durch metallisches Quecksilber, wobei flüssiges Silberamalgamentsteht; in ähnlicher Weise kann man auch beim Golde verfahren. Machneueren Versuchen vereinigt sich unter geeigneten Bedingungen auchsonst das sich in molecularer Form ausscheidende Metall mit dem dieFällung bewirkenden zu schwarzen, mitunter krystallisirenden Legirun-gen; so wurden erhalten Cu 2 Cd, AuCd :i , Cu 3 Sn etc. (Bcr. 27, I, 6.'30.)Aus verdünnten Silbernitratlösungen erhält man mit Zink eine Silber-zinklegirung, der jedoch durch concentrirte Silberlösung oder durchSäuren das Zink entzogen wird.
Unter ganz denselben Gesichtspunkten, also aus dem grösseren Ver-cinigungsbestreben bei grösseren „elektrischen Differenzen," erklärt sichauch die Verdrängung des Jods aus Wasserstoff- oder Metallverbindun-gen durch Brom, und diejenigen des Broms durch Chlor etc. (vgl. dasbereits S. 165 f. Gesagte). Der Unterschied ist nur der, dass bei derMetallverdrängung der positive Bestandtheil des Molecüls durch einenpositiveren ersetzt wird, während bei der Halogen Verdrängung dernegative Bestandtheil durch einen noch negativeren Ersatz findet: imeinen wie im anderen Falle kommt die grössere elektrische Differenzder Atome oder Atomgruppen zur Geltung. Ebendasselbe ist aber auchder Fall, wenn Chlor aus seiner Verbindung mit der äusserst negativenGruppe (0 3 H) in der Chlorsäure durch das positivere Brom verdrängtwird; oder wenn das Jod an die Stelle des Chlors in der Ueberchlor-säure tritt, indem das positivere Jod eine grössere Affinität zu der höchstnegativen Gruppe (0 4 1I) besitzt als Chlor.
Ueber die Umsetzungen der Salze
Den allgemeinen Bemerkungen über die Vorbedingungen chemischerProcesse (S. 115) ist speciell für die Reactionen der Metallsalze nochEiniges beizufügen.
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