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Chemische Verwandtschaft.
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Zu den Ammoniumsalzen stellte man die Hydrazinsalze inein ähnliches Verhältniss, wie die Salze des zweiwerthigen Calciumszu denjenigen des einwerthigen Kaliums; demgemäss konnte man in denSalzen des Hydrazins auch die zweiwerthige „Hydrazoniumgruppe"(NH 3 —NH 3 ) annehmen. Den Kalksalzen gleichen die Hydrazinsalze inmehrfacher Hinsicht, beispielsweise durch die Schwerlöslichkeit desHydrazinsulfats. Trotzdem gibt man neuerdings einer etwas abweichendenAuffassung (S. G7) den Vorzug, indem man das schwerlösliche Hydra-zinsulfat, N 2 H f ,S0 4 , als ein saures Sulfat (N 2 H 3 )HS0 4 betrachtet, welchemdas leicht lösliche Sulfat, (N 2 H 5 ) 2 S0 4 , als neutrales Salz entspricht.
Chemische Verwandtschaft abhängig von der Stellung
im System.
Die Alkalimetalle Natrium und Kalium sind unter allen bisher be-sprochenen Elementen die elektropositivsten (S. 122) und verdrangen alleübrigen Metalle aus ihren salzartigen Verbindungen. Hiervon hat manbei der Entdeckung und lange auch bei der Darstellung mancher Ele-mente, wie Magnesium (S. 310), Beryllium (S. 308), Aluminium(S. 291), Bor (S. 286) und Silicium (S. 256) Gebrauch gemacht. Seiner-seits kann aber auch das Magnesium, obwohl minder elektropositivals Natrium und Kalium, noch mit Vorthcil zur Isolirung beispielsweisedes Siliciums (S. 256) oder Bors (S. 286) benutzt werden. So ver-drängen im Allgemeinen die elektropositiven Elemente die minderpositiven oder gar negativen, ganz im Sinne der elektrochemischenReihe, indem das Vereinigungsbestreben (Chemische Verwandt-schaft, Affinität) zweier verschiedener Atome (oder Atomgruppon)sich um so mehr geltend macht, je grösser auch die Differenz in derStärke der Polarität dieser Atome oder Atomgruppen ist. Da nachB e r ze 1 i us die elektrochemische Reihe der basischen Oxyde im Wesent-lichen mit derjenigen der Elemente übereinstimmt, versteht es sich ohneWeiteres, dass Kalilauge und Natronlauge im Stande sind, die übrigenI lisen aus der wässrigen Lösung ihrer Salze zu verdrängen und in derRegel als unlösliche Hydroxyde abzuscheiden.
Diese Verhältnisse sind zwar in der neueren Zeit neben anderenProblemen etwas zurückgetreten, haben aber darum von ihrer hervor-ragenden Bedeutung nichts eingebüsst, denn, wie bereits (S. 123) dar-gelegt worden ist, findet sich die elektrochemische Reihe von Berzc-lius, in einer freilich ganz bedeutend vervollkommneten Form, im pe-riodischen oder natürlichen System der Elemente wieder. Nur sind indiesem letzterem nicht eine, sondern mehrere elektrochemische Reihen— die „Perioden" — vorhanden.
Es sei hier nur noch kurz an einige praktische wichtige Fälleerinnert, in denen ein Metall ein anderes,wässriger Lösung befindet, zu ersetzen
welches in Salzform sich in^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^ und auszuscheiden vermag.Genau so, wie das Zink und Eisen den Wasserstoff aus verdünnter
Krafftj Anorganische Chemie, 3. Aufl.
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