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Anorganische Chemie
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Kalium.

sie als unentbehrlicher Bestandtheil in die Pflanzen, in deren Asche(Pottasche) sie stets auftreten. Aus den Pflanzen werden die Kalisalzeauch, obwohl in geringer Menge, vom Thierkürper aufgenommen. ImMeerwasser ist auf 1 Liter etwa 0"60'7 g Chlorkalium enthalten; anOrten, wo während längerer Zeiträume das Meerwasser in grösserenQuantitäten verdunstete, findet man über dem schwerer löslichen unddaher zuerst ausgeschiedenen Chlornatrium (Steinsalz) die Kaliumver-bindungen, welche bis zuletzt in derMutterlauge" verblieben, in dünnerenSchichten aufgelagert. Es ist das in hervorragendstem Maasse der Fallin Stassfurt bei Magdeburg, wo auf einem 1000 Meter starken Stein-salzlager sich dünnere Schichten von Doppelsalzen des Magnesiums undKaliums befinden, namentlich der 25 Meter hoch abgelagerte Carnallit,MgCl 2 -f- KCl -(- 6H 2 0, das Ausgangsmaterial für eine gros.sartige Kali-Industrie, sowie Kainit MgS0 4 .K 2 S0 4 .MgCl 3 + 6H 2 0; in ähnlicherWeise finden sieh Kalisalze auch an anderen Orten, z. B. in Kalusz inGalizien. Die Kenntniss der Kaliumverbindungen nimmt ihren Ausgangvon derjenigen der Pottasche, wurde indessen erst eine sichere, nachdemder Unterschied von den Natriumverbindungen und die Individualitätdieser letzteren festgestellt war.

Die Annahme Lavoisiers, dass wie die Oxyde der Schwermetalleauch die Alkalien Sauerstoffverbindungen seien, wurde 1807 durchDavy als zutreffend erwiesen, indem derselbe zugleich mit dem Natriumauch das Kalium durch Elektrolyse in Form kleiner Metallkügelchenerhielt. Dem Natrium entsprechend wird das metallische Kalium in nichtganz unbeträchtlichen Mengen durch Erhitzen eines Gemenges von Kalium-carbonat mit Kohle (verkohlter Weinstein enthält die Kohle in geeigneterVertheilung) auf Weissglut fabrikmässig hergestellt (C0 3 K 2 -J- 2C =2 K -j- 3 CO). Die leichte Oxydirbarkeit des Kaliums und die Ent-stehung eines explosiven und nutzlosen Nebenproducts (.,Kohlenoxyd-kalium" (COK) n ) erschwert jedoch die Gewinnung des Kaliums, im Ver-gleich mit derjenigen des Natriums, ganz bedeutend. Für praktischeZwecke; zieht man deshalb fast stets das Natrium vor. Auch durchAluminium werden die Alkalimetalle aus ihren Carbonaten frei gemacht:K 2 C0 3 + 2 AI = A1 2 0 3 + C + 2K.

Das rectificirte Kalium ist silberweiss und glänzend, krvstallisirtoetaedrisch und erscheint in der Kälte spröde, bei gewöhnlicher Tempe-ratur wachsweich. Bfti 15° hat das Kalium das spec. Gew. 0'865. Esschmilzt bei 62'5° und siedet bei etwa 667°; da sein grün gefärbterDampf alle Gefässe angreift, lässt sich dessen Dichte nicht mit Genauig-keit feststellen. Das blanke Metall geht an gewöhnlicher Luft raschin Kalihydrat und Kaliumcarbonat über, wobei es, unterschiedlich vomNatrium, zu einem Syrup zerfliesst. Kalium zersetzt Wasser mit nochgrösserer Heftigkeit als Natrium, der entwickelte Wasserstoff und dasnoch übrige Kalium entzünden sich bald, und letzteres verbrennt mitvioletter Flamme und schliesslich er Verpuffung; der Versuch ist daherin einem Becherglase, das man mit einer Glasplatte bedeckt, auszuführen.

Nach Rubidium und Cäsium ist das Kalium das elektropositivsteMetall; es zersetzt daher die meisten Oxyde bei Rothglut. z. B. dasStickoxyd, Kohlenoxyd und Kohlendioxyd, während umgekehrt das

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