Oxyde des Kaliums.
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Kaliumcarbonat bei Weissglut durch Kohle reducirt wird. Audi mitSchwefel und mit den Halogenen vereinigt das Kalium sich unter starkerWärme- und Lichtentwickelung. ■— Das Spectrum des Kaliums zeigtzwei besonders hervortretende Linien, deren eine im Koth, deren andereweit im Violett liegt.
Kalium wasserst off, K 4 H 2 . Das Kalium nimmt bei 200° lang-sam, rascher bei 300° 126 Volume Wasserstoff auf, indem silberglänzen-der, krystallinischer, selbstentzündlicher Kalium Wasserstoff K 4 H 2 , ent-steht. Im Vacuum beginnt diese Verbindung schon bei 200° sich zudissociiren; bei ca. 412° beträgt ihre Dissociationsspannung eine Atmo-sphäre.
Sauerstoffverbindungen des Kaliums.
Kaliumoxyd, K 2 0. Wird noch am leichtesten erhalten, wenn manüber eben geschmolzenes Kalium, ohne dasselbe weiter zu erhitzen, diegerade nöthige Menge reiner trockener Luft leitet. Auch durch Zu-sammenschmelzen- von KOH und K. Hellgraue spröde Masse, die beistarker Rothglut schmilzt und bei noch höherer Temperatur sich ver-flüchtigt. Mit Wasser verbindet sich das Kaliumoxyd unter starkerErwärmung, die zum Erglühen führen kann. (K 2 0 -f- H 2 0 = 2 KOH).
Kalihydrat, Kaliumhydroxyd, Aetzkali, KOH. Wird ebensowie Natronhydrat gewonnen, namentlich durch allmähliches Eintragenvon Kalkhydrat in eine warme Lösung von Kaliumcarbonat (C0 3 K 2 -j-Ca0 2 H 2 = C0 3 Ca -f- 2 KOH), unter Ersetzung des verdampfendenWassers, in einem eisernen oder silbernen Gefässe, Abdampfen der ab-gehobenen klaren Lösung und Schmelzen des Rückstandes (Aetzkali).Vollständiger noch erhält man das Kalihydrat frei von Beimengungen,wenn man Kaliumsulfat durch Barythydrat zersetzt. Seit 1890 wirdsehr reines Kalihydrat (neben Chlor etc.) aus dem Stassfurter Chlor-kalium durch Elektrolyse erzeugt. Die technische Gewinnung vonKalihydrat und Chlor durch Elektrolyse wässriger Lösungen vonChlorkalium wurde zuerst 1890 von der ehem. Fabrik Griesheim bez.Electron, in Frankfurt, in lohnender Weise ausgeführt. Das Nähereüber elektrolytische Zerlegung der Chloralkalien wurde auf S. 345 an-gegeben. Bisher hat jedoch erst die Zersetzung des Chlorkaliumsendgiltigen Eingang in die Grossindustrie gefunden, während die An-wendung des Verfahrens auf Chlornatrium noch nicht erfolgreich mit denaltbewährten Sodaprocessen coneurriren konnte. Kalihydrat, KOH,bildet eine weisse, harte, faserigkrystallinische Masse, vom spec. Gew.2"1, die beim Erhitzen ziemlich leicht schmilzt und sich bei starkerRothglut verflüchtigt. Bei Weissglut zerfällt der Dampf in Kalium,Wasserstoff und Sauerstoff. An der Luft zerfliesst das Kalihydrat sofort,indem es Wasser und Kohlendioxyd aufnimmt; es löst sich sehr leichtzu einer stark ätzenden Flüssigkeit in Wasser (Kalilauge) und Alkohol(alkoholisches Kali). Aus der conc. wässrigen Lösung setzen sichin der Kälte Tafeln KOH -f- 2H 2 0 ab, die ebenfalls in den Handel ge-bracht werden. — Die starke Basicität des Kalihydrats sowie der Um-stand, dass es fast nur lösliche Salze liefert, machen es zu einem der
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