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Anorganische Chemie
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Mangan.

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44. Mangan.

Mn = 5494.

Der Braunstein, das Mangansuperoxyd, war schon im Alterthumbekannt, wurde aber stets mit dem Magneteisen verwechselt. EineUntersuchung über den Braunstein, den Pott 1740 als eisenfrei erkannthatte, veröffentlichte Scheele 1774, indem er nachwies, dass derselbean brennbare Substanzen leicht Sauerstoff abgebe und ein eigentüm-liches Metalloxyd enthalte, dessen Reduction bald darauf Gähn wirk-lich gelang (1807). Da man vielfach den Braunstein im Gegensatz zuder weissen Magnesia (Bittererde) als ,,schwarze Magnesia" bezeichnethatte, nannte man das neue Metall Manganesium, woraus später durchAbkürzung Mangan wurde. In Form von Verbindungen findet mandieses Element häufig.

Das verbreitetste und wichtigste Vorkommen des Mangans ist das-jenige als Braunstein oder Pyrolusit, Mn0 2 ; ausserdem findet mannoch andere Oxyde oder Oxydhydrate dieses Metalls, namentlich denBraunit, Mn 2 O s , Manganit, Mn 3 0 4 H 2 , und Hausmannit, Mn 3 0 4 .Von weiteren Manganerzen sind besonders der Manganspath, MnCO s ,Und der Mangankies, MnS-, zu nennen. Endlich kennt man nichtnur verschiedene Mangankiesel oder Silicate des Mangans, sondern estritt dieses Metall auch in zahlreichen Mineralien als Nebenbestandtheilauf, gewöhnlich zusammen mit Eisen, aber im Allgemeinen in vielgeringerer Menge als letzteres; häufig zeigt es sich nur in Spuren alsbirbender Bestandtheil.

Die Oxyde lassen sich nur durch feinzertheilto Kohle bei stärkster Weissglut zuMetall reduciren, indem man beispielsweise das reine Oxyduloxyd Mn 3 0 4 (D e v i 11 o),zur Vermeidung von Kohlung des Metalls, mit einer für die vollständige Keduction nichtausreichenden Menge von Zuckerkohle unter einer Glasdecke und bei Anwesenheit vonKalk und Flussspath in einem Kalktiegel zusammenschmilzt; bequemer noch ist das Ar-beiten im elektrischen Ofen. Aus Manganchlorür kann man das Metall durch Keductionvermittelst Natriums, oder durch Elektrolyse abscheiden.

Das Mangan erscheint als grauweisses Metall mit röthlichemSchimmer; wenn es kohlehaltig ist, gleicht es dem Gusseisen. Je nachseiner Darstellung ist das Metall mehr oder weniger hart wie Stahl undbesitzt auch ein wechselndes bis zu 8"0 ansteigendes specifisches Ge-richt. Das Mangan ist spröde und lässt sich, obwohl nicht ganz leicht,pulverisiren. Seine Schmelztemperatur liegt bei etwa 1900° und beietwas höherer Temperatur tritt Verflüchtigung ein. An feuchter Luft°xydirt sich das Mangan rasch, und entwickelt aus Wasser im Zustandefeiner Zertheilung (besonders als elektrolytisch abgeschiedenes Pulver)den Wasserstoff mit grosser Energie. Von verdünnten Säuren, selbstvon Essigsäure, wird das Metall leicht gelöst. Kohlenstoff- oder sili-ciumhaltiges Mangan zeigt sich bedeutend widerstandsfähiger und be-sitzt auch einen sehr grossen Grad von Härte.