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Anorganische Chemie
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Sauerstoffverbindungen des Mangans.

Von Bedeutung für die Stahlindustrie sind die Legirungen desMangans mit dem Eisen. Ein Gusseisen mit 10 bis 20 Proc. Mangan, dasSpiegeleisen, wird aus einem Gemenge von Braunstein und Spath-eisenstein durch den Hochofenbetrieb gewonnen; das kohlenstoffreiche

Proc. Mangan enthält und nicht mehrist, bezeichnet man als Ferromangan und verwendetdasselbe beim Bessemerprocess.

Gusseisen, welches über 25magnetisch

Sauerstoffverbindungen des Mangans.

Das Mangan bildet mit dem Sauerstoff eine Reihe von Oxyden:

Manganoxydul oder Monoxyd, MnO.

Manganoxyd oder Sesquioxyd, Mn 2 0 3 .

Manganoxyduloxyd, Mn 3 0 4 .

Mangansuperoxyd oder Dioxyd, Mn0 2 .

Mangansäureanhydrid, Mn0 3 ,

Uebermangansäureanhydrid, Mn 2 0 7 .

Verbindungen dieser Oxydationsstufen mit Wasser (Hydrate) undanderen Oxyden (Salze) sind gleichfalls bekannt.

Manganoxydul, MnO. Sehr selten in kleinen glänzend grünenregulären Krystallen als Manganosit vorkommend. Durch Glüheneines der höheren Oxyde in einem Strom von Wasserstoffgas oder Kohlen-oxyd erhält man das Manganoxydul als grünes Pulver; wurde bei derReduction in eine möglichst niedrige Temperatur innegehalten, so geht dasOxydul an der Luft leicht in braunrothes Mn 3 0 4 über; durch starkesGlühen in einem chlorwasserstoffhaltigen Wasserstoffstrome erhält manes in luftbeständigen, smaragdgrünen regulären Octaedern.

Manganoxydulhydrat, Mn0 2 H ? , selten als PyrochroitWird bei völligem Luftabschluss aus den Lösungen der Manganoxydul-salze als weisser flockiger Niederschlag gefällt. An der Luft geht der-selbe rasch in braunes Oxydhydrat über und muss daher in einerWasserstoffatmosphärc getrocknet werden; hierdurch erhält man einPulver, das an der Luft entzündet und (zuweilen auch spontan) zuMn 3 0 4 verglimmt. Das Manganoxydul und sein Hydrat sind starkeBasen und liefern mit Säuren gut krystallisirende und beständige Salze.

Manganoxyd, Mn 2 0 3 , findet sich mineralisch in kleinen, dunkel-braunen quadratischen Octaedern als Braunit, vom spec. Gew. 4'8,und wird am sichersten durch vorsichtiges Glühen der übrigen Mangan-oxyde im Sauerstoffstrome künstlich dargestellt.

Manganoxydhydrat, Mn 2 0 4 H 2 , tritt als rhombisch krystalli-sirender oder derber Manganit (spec. Gew. 4 - 4) auf, der auf unglasirtenThonplatten einen braunen Strich gibt (der sehr ähnliche Braunsteinliefert einen schwarzen Strich). Durch Oxydation des frischgefälltenOxydulhydrats an der Luft entsteht es als dunkelbraunes Pulver, dassich als schwache Base erweist und mit Säuren unbeständige Salze gibt-

Manganoxyduloxyd, Mn 3 0 4 , findet sich als Hausmannit meisenschwarzen, metallglänzenden Quadratoctaedern oder körnigenAggregaten. Entsteht bei sehr starker Glühhitze aus dem Oxyd Mn 3 0 3 ,wie auch aus allen übrigen Oxyden und Hydraten des Mangans beim