Krystallographisches.
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bei abweichender chemischer Constitution, indem das K-atom der ersterenSalze in den letzteren durch die zusammengesetzte (NIL)-gruppe ohneAenderung der Krystallgestalt vertreten wird. Ueber die Bedeutungdes Isomorphismus für die Atomgewichtsbestimmung s. S. 91.
Als Dimorphismus (Zweigestaltigkeit) bezeichnet man das Ver-mögen mancher, einfacher oder zusammengesetzter Substanzen je nachUmständen in zwei völlig verschiedenen Krystallformen zu erscheinen,das zuerst (von Mitscher lieh, der auch'den Isomorphismus [1819]entdeckte) im Jahre 1821 beobachtete Beispiel ist der Schwefel, denman bald in rhombischen, bald in monoclinen Krystallen erhält; di-morph ist auch der krystallisirte Kohlenstoff in seinen beiden Formenals „Diamant" und „Graphit". Der hexagonale Kalkspath und derrhombische Arragonit sind verschiedene Krystallformen des kohlensaurenKalks. Dieselbe Erscheinung bietet der T r i m o r p h i s m u s; trimorpheKörper treten in drei ganz verschiedenen Gestalten auf. Bisweilen ge-hören solche abweichende Gestalten zwar demselben Systeme an, unter-scheiden sich dann aber von einander durch die Irrationalität ihrer Axen-verhältnisse.
In Bezug auf ihre physikalischen Eigenschaften muss mandie Krystalle in 3 Classen 'eintheilen, deren allgemeine Bezeichnungihrem optischen Verhalten entnommen wird, weil eben dieses für dieKrystallographie als das wichtigste erscheint.
Die Mehrzahl der Krystalle zeigt die Brechung (Refraction) desLichts auf die Weise, dass der einfallende Lichtstrahl zugleich einerThcilung in zwei Strahlen unterliegt, von welchen nur der eine denGesetzen der gewöhnlichen Brechung gehorcht. In jedem solchen Kry-stalle mit doppelter Strahlenbrechung gibt es entweder eine (optischeinaxige) oder zwei (optisch zweiaxige) Richtungen, nach wel-chen der einfallende Strahl ungetheilt bleibt.
1. Einfachbrechende Krystalle (reguläres System).
Die Elasticität zeigt ein Maximum in .'} aufeinander senkrechten-Richtungen, und Minima in denjenigen Richtungen, welche je zwei derersteren halbiren; ebenso verhält sich die Cohäsion und die Löslichkeit,so dass also in jenen 3 Richtungen die Cohäsion gleich gross ist und dieso g- Aetzfiguren gleich beschaffen sind.
Die optische Elasticität ist gleich gross nach allen Richtungen, alsodie Fortpflanzungsgeschwindigkeit des Lichts für alle Farben unabhän-gig von der Richtung im Krystall. Ferner beobachtet man in allenRichtungen Gleichheit für Absorption des Lichts, Fortpflanzung derWärme, Ausdehnung durch dieselbe, Magnetismus.
2 - Optisch einaxige Krystalle (quadratisches und hexa-gonale s System).
Dieselben besitzen eine besonders ausgezeichnete Richtung, einePhysikalische Hauptaxe. Die Elasticität erreicht ein Maximum oderMinimum in dieser Hauptaxe; in der zur Hauptaxe normalen Ebene