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Anorganische Chemie
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Bromwasserstoff.

das Brom mit Leichtigkeit unter orangerother bis brauner Färbung;allmählich wird der Wasserstoff der organischen Lösungsmittel jedochdurch Brom substituirt, indem er selbst als BrH austritt.

Mit Schwefel und Phosphor verbindet sich das Brom sehr energisch;mit metallischem Kalium reagirt es äusserst heftig, es kann dagegenmit Natrium auf 200° erhitzt werden, ohne dass Reaction erfolgt; auchmit den Schwermetallen vereinigt sich Brom leicht. Unlöslich in Wassersind dieBromide" des Silbers, Kupfers und Quecksilbers; schwerlös-lich ist dasjenige des Bleis. Mit Sauerstoff oder Kohlenstoff verbindetsich Brom nicht direct.

Durch seine Eigenschaften und die Bildung einer braungelbenwässrigen Lösung ist Brom leicht kenntlich, charakteristisch ist auch dienämliche Färbung, welche es dem Chloroform oder dem Schwefelkohlen-stoff ertheilt. Um es hieran in Salzen zu erkennen, fügt man zu derenLösung etwas Chlorwasser zu und schüttelt mit einem der beiden ge-nannten Lösungsmittel. Die quantitative Bestimmung wird ganz ähn-lich derjenigen des Chlors, in Form von Bromsilber, BrAg, ausgeführt.

Das Brom wird, wie auch das Jod, in Form von Salzen in derPhotographie und zu medicinischen Zwecken verwendet; ferner in derIndustrie der Theerfarbstoffe u. s. f.

Bromwasserstoff, BrH.

Dieses dem Chlorwasserstoff überaus ähnliche Gas (B a 1 a r d) entstehtdurch directe Vereinigung seiner Elemente, wenn man die Mischungderselben stark erhitzt oder entzündet, wobei jedoch wegen der geringenVerwandtschaft der beiden Bestandtheile keine Explosion erfolgt.

Zur Entwickelung von Bromwasserstoff kann man wie beim C1H,in den Verhältnissen der Gleichung:

BrNa -f SO<H 2 = BrH + S0 4 NaHBromnatrium mit Schwefelsäure (3 Thle. Säure: 1 Wasser) zersetzen,erhält jedoch etwas Brom und SOj, in's entweichende Gas, so dass mandasselbe über feuchten amorphen Phosphor streichen lassen muss.

Um die angedeuteten Verunreinigungen zu vermeiden, ist für dieDarstellung des Bromwasserstoffs Zersetzung von flüssigem Phosphor-tribromid oder von festem Phosphorpentabromid durch Wasser vorge-schlagen worden. Man lässt das flüssige Phosphortribromid (3 Thle.)allmählich aus einem Tropftrichter zu Wasser (lThl.) zufliessen, indemman vorsichtig erwärmt:

PBr 3 4- 3HjO = PO3H3 + 3 BrH.

Nimmt man, was sich mehr empfiehlt, festes Phosphorpentabromid,so muss das Wasser langsam und unter gelindem Erwärmen zutropfen:PBr 3 -f 4 H 2 0 = P0 4 H 3 + 5 BrH.

Man kann auch die Darstellung und Zersetzung des Bromphosphorsin eine einzige Operation vereinigen, indem man zu einer Mischungvon 1 Theil rothem Phosphor und 2 Thln. Wasser 10 Thle. Brom zu-tropfen lässt und schliesslich erwärmt (Fig. 53).