Bromwasserstoft'.
155
Zur Darstellung einer wässrigen Lösung von BrH nimmt man, stattwie im vorigen Falle nur 2 Thie. Wasser, deren etwa 15 und destillirtzuletzt über 0 ; oder man erwärmt Bromnatrium oder Bromkalium mitverdünnter Schwefelsäure; bisweilen leitet man auch Schwefelwasserstoff-gas zu Brom, das sich unter Wasser befindet:
]>,.„-!-SIL, =2 BrH+ S.
Bromwasserstoff ist ein farbloses, stechend und erstickend riechen-des, an der Luft sehr stark rauchendes Gas. Zu einer Flüssigkeit ver-dichtet es sich bei — 73°, und erstarrt beim Verdunsten unter vermin-dertem Druck eisartig. Das Gas wird von Wasser sehr heftig absor-birt, so dass man sich bei seiner Verwendung verschiedener Vorsichts-
maassregeln zu bedienen hat, um Zurücksteigen und dgl. zu vermeiden.Die bei 0° gesättigte wässrige Lösung des Bromwasserstoffs hat das specil.Gewicht 1-78; kühlt man dieselbe unter Einleiten von Brli-gas in einerKältemischung ab, so scheidet sich ein nur bei tiefen Temperaturenexistenzfähiges Hydrat BrH + 2H s O krystallinisch ab (Schmp. — 1VÖ ).Unterwirft man verdünnte oder concentrirte Bromwasserstofflösungender Destillation, so entweicht im ersten Falle zunächst hauptsächlichWasser, im zweiten gasförmige Satire; indem hierbei der Siedepunktsteigt, destillirt unter gewöhnlichem Druck stets zuletzt bei 126" eineWässrige Säure von speeifischem Gewichte L49 bei 14° mit 48"2 Proc.B rH-, die Zusammensetzung hängt jedoch vom Druck ab, unter dem
man destillirt. , , . , . „
Trockener BrH ist für sich allein noch bei hohen Temperaturenbeständig. Durch Chlor wird er sofort in C1H und Br zerlegt. InWässriger Lösun°- tritt der Bromwasserstoff als starke Säure auf undlöst alle Metalle,°die auch von Salzsäure gelöst werden. Seine Salze,