Druckschrift 
Anorganische Chemie
Entstehung
Seite
153
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

«V*

Brom.

153

kann man es nochmals über Schwefelsäure, welche das Wasser aufnimmt,rectificiren (Fig. 52) und die ersten, etwa vorhandenes Chlorbrom ent-haltenden Antheile gesondert auffangen.

Aus Brommagnesiumlösungen wird das Brom durch Chlor frei ge-macht :

Br 2 Mg + Cl 2 = Cl,Mg + Br 2 .

Dem entsprechend gewinnt man in Stassfurt und in den amerika-nischen Salinen das Brom, indem man Chlor in die an Brommagnesiumreichen Endlaugen einleitet, welche in Sandsteinthürmen über Kugelnvon gebranntem Thon herunterrieseln; die Stärke des Chlorstroms istmöglichst so zu reguliren, dass genau das vorhandene Brom m Freiheit

Fig. 52.

gesetzt wird, da ein zuviel oder zu wenig an Chlor Verluste nach sichzieht. Das rohe Brom wird von den Verunreinigungen durch Destillationaus grossen Glasretorten, vom Chlorbrom auch durch Schuttein mit

festem Bromnatrium befreit. . . . ,

Brom ist eine dunkelbraunrothe Flüssigkeit, sehr fluchtig und von

durchdringendem, angreifendem Geruch. Auf die Haut gebrach£ erzeugt

ist 5-53 (Luft = 1) oder 79"7 (Wasserstoff = 1).

In Wasser löst sich das Brom in nicht unbedeutender Menge unterbrauner Färbung auf, und bildet Bromwasser, das m 100 Theilen Wasseretwa 2-6 Theile Brom enthält. Wenn man diese Losung auf nahezu0° abkühlt, so scheidet sich, wie beim Chlor, ein Hydrat Br 2 + 10 H,0ah, das jedoch schon bei Zimmertemperatur m seme Bestandteile z,,-fallt, In Alkohol Aether, Chloroform und Schwefelkohlenstoff lost sich