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Anorganische Chemie
Entstehung
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Brom.

Das Sonnenlicht wirkt wesentlich durch Lockerung der Chloratome;Platinschwamm und Thierkohle als sogenannte Contactsubstanzen, indemsie die Gasmoleeüle an ihrer Oberfläche (unter Freiwerden von Oonden-sationswärme) verdichten und so ihr Zusammentreten erleichtern:

CO + C1C1 = COCL,

Das Kohlenoxychlorid oder Phosgengas (von Davy 1811wegen seiner Entstehung im Lichte. <ptuc, benannt), ist ein farbloses Gasvon eigentümlichem, erstickendem Geruch und wirkt äusserst irritirendauf die Schleimhäute. Beim Durchleiten durch eine stark abgekühlteRöhre verdichtet es sich zu einer bei -|- 8° siedenden Flüssigkeit vomspecif. Gewicht T432 bei 0°. In Kohlenwasserstoffen (Benzol, Ligroin)ist das Kohlenoxychlorid leicht löslich; von kaltem Wasser wird essehr langsam, von heissem rasch zerlegt (COCl 2 -f- H 2 0 = C0 2 -\- 2 HCl).

Kohlenstoffverbindungen gegenüber erweist sich die Substanz alssehr reactionsfähig und findet namentlich bei der Bereitung künstlicherTheerfarbstoffe Verwendung.

7. Brom.

Br = 79-9G.

Das durch seine Stellung im periodischen System der Elementeund sein Gesammtverhalten dem Chlor nahe verwandte Brom wurdevon Baiard 1826 in der Mutterlauge des Meerwassers entdeckt. Der-selbe veröffentlichte alsbald eine ausgedehnte Untersuchung des neuenKörpers, welchen er zwischen die bereits bekannten Halogene Chlor undJod einreihte und dem er den Namen Brom gab (von ßpüjjxo?, Gestank).In der Natur findet sich Brom zwar nicht in freiem Zustande, ist aberals ein beständiger Begleiter des Chlors weit verbreitet; zugleich mitChlornatrium enthält das Meerwasser in freilich viel geringerer Mengeauch Bromnatrium sowie Brommagnesium (0"3 bis 1*3 Proc. seines Gehaltsan festen Salzen), welche äusserst leicht löslich sind und daher bei demAuskrystallisiren des Chlornatriums aus dem durch Verdunsten einge-engten Meerwasser in der Mutterlauge zurückbleiben und sich deshalbzuletzt in den obersten Schichten der auf diesem Wege gebildeten Salz-lager ausscheiden. In der That gewinnt man von den ca. 600 TonnenBrom, welche die jetzige Jahresproduetion bilden, etwa 400 t aus denin Stassfurt über dem Steinsalzlager auftretenden Abraumsalzen; dasübrige grösstentheils ebenso in amerikanischen Salinen, wenig aus Chili-salpeter und Asche von Seepflanzen. In die Soolquellen, wie in Hallund in Kreuznach, sind die Bromsalze, wie auch das Chlornatriiun,durch das Auslaugen grosser Salzlager hineingekommen.

Freies Brom lässt sich in ganz derselben Weise darstellen wie dasChlor, indem man ein Gemisch von Bromnatrium, Braunstein und massigverdünnter Schwefelsäure destillirt:2BrNa -f 3 S0 4 H, + Mn0 2 = 2 S0 4 HNa + S0 4 Mn + Br 2 + 2 H 2 0.

Das hierbei entweichende Brom verdichtet sich in einer gut ge-kühlten Vorlage zu dunkelbraunrothen Tropfen; um es rein zu erhalten,

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